Jahreskreis Archive - Stefanie Gralewski

Category Archives for Jahreskreis

Vom Mond und einem Jahres-Neustart

Am 20. März ist es wieder soweit. Wenn die Sonne in das Zeichen des Widders wechselt, beginnt nicht nur der Frühling. Bei den Kelten war die Tagundnachtgleiche der eigentliche Jahresbeginn. Die Tage sind ab heute wieder länger als die Nächte, das Licht hat das Dunkel also besiegt. Die Natur zeigt, was auch für unser tägliches Leben gilt: So schwierig es auch manchmal sein kann, alles wendet sich zum Guten. So können auch wir jetzt noch einmal die Energie des Neubeginns, des Aufbruchs nutzen. Mit dem Neustart wechselt auch der Jahresherrscher. Wir verlassen das Merkurjahr und das Mondjahr beginnt.

Das Jahr der Mondin

Der Mond oder – wie der Erdbegleiter besonders bei Hexen oft genannt wird – die Mondin steht nicht nur in der Astrologie für das weibliche Prinzip in all seinen Formen und Ausprägungen.
Die Vielzahl der Mondgöttinnen in den verschiedensten Mythologien ist völlig unüberschaubar. Dazu kommen die scheinbar unendlich vielen Namen der Göttinnen in ihrer Erscheinung als zunehmende Mondin, Vollmondin oder abnehmende Mondin und auch Neumondin. Man hat das Gefühl, dass jede Göttin, die etwas auf sich hält, irgendwie auch immer eine Mondgöttin ist.

Doch es gibt in allen Mythen, mögen sie noch so vielfältig sein, auch Gemeinsamkeiten: So steht der Neumond stets für den Übergang von einem Leben zum anderen, von Tod zur (Wieder-)Geburt und für den Neuanfang im Allgemeinen. Der zunehmende Mond repräsentiert die jungfräuliche Göttin, das kleine Mädchen, das unbefangen und neugierig die Welt entdeckt. Der Vollmond zeigt die erwachsene Frau in der Blüte ihrer Jahre: fruchtbar, mutig und behütend, aber auch bestimmt. Der abnehmende Mond symbolisiert schließlich die weise, alte Frau, die voller Erkenntnis und inneren Frieden immer Rat weiß, sich jedoch niemals aus der Ruhe bringen lässt.

Sonne und Mond werden fast überall als gegengeschlechtlich gesehen. Zum Beispiel gibt es die griechische Göttin Artemis (römisch gleichgesetzt mit Diana) mit ihrem Zwillingsbruder, dem Sonnengott Apollon. Als wilde, mutige und unabhängige Jungfrau steht sie für den zunehmenden Mond. Hera ist als Gemahlin des Gottes Zeus die Hüterin von Haus und Familie – der Vollmond. Hekate, die oft ziemlich gruselig dargestellte Göttin der Dunkelheit, nimmt als Mondin dann ab, um neue Kraft zu schöpfen.
Astrologisch gehört der Mond zu den wichtigsten Deutungsfaktoren. Das Prinzip des Werdens und Vergehens spiegelt sich hier, dessen schöpferischer Akt darin besteht, etwas aufzunehmen, es zu verwandeln und dadurch Neues entstehen zu lassen.

Ein Auf und Ab der Gefühle

Im Hundertjährigen Kalender wird von einem eher durchwachsenen Jahr gesprochen. Insgesamt sei das Jahr wettermäßig eher nass und kühl.
Auch das zeigt, was der Mond schon ankündigt: Es geht emotional zu. Das Wasser steht seit alters her für das Auf und Ab der Gefühle. Überlieferungen nach ist der Mond nicht nur für die Gezeiten, sondern auch für emotionale Schwankungen zuständig.

Das Jahr 2020 wird also ein höchst emotionales. Himmelhochjauchzend fallen wir in bodenlose Betrübnis, um im nächsten Moment wieder hoch oben auf der Glückswelle des Lebens zu tanzen. Unter der Herrschaft des Mondes kommt alles ans Licht, was wir normalerweise in den hintersten Ecke unserer Seele verstecken wollen. Dies gibt uns die wunderbare Gelegenheit, uns von alten emotionalen Verletzungen endlich zu befreien und dem inneren Frieden einen großen Schritt näher zu kommen.

„Menschliches Glück stammt nicht so sehr aus großen Glücksfällen, die sich selten ereignen, als vielmehr aus kleinen glücklichen Umständen, die jeden Tag vorkommen.“

Benjamin Franklin

Von Kindern, Fasten und schmerzender Begeisterung

Das Jahresrad dreht sich unaufhaltsam weiter. Der Frühling naht und so befinden wir uns mitten im christlichen Fasten. Auch wenn ich keiner religiös vorgeschriebenen Fastenzeit folge (im Asatru gibt es so etwas nicht), so ist diese Zeit für mich dennoch eine wichtige Zeit der Erdung und des bewussten Verzichts. Das möchte ich auch meinen eigenen Kindern mitgeben und erklärte meinem damals ca. 8jährigen Sohn, dass man manchmal auf etwas verzichten sollte, damit man es später mehr zu schätzen weiß. So beschlossen wir für die Fastenzeit auf Süßigkeiten verzichten. Doch mein Junior hatte eine andere Idee: „Ich glaube, ich verzichte lieber mal auf Gemüse!“ Wir einigten uns auf einen Kompromiss. An einem Tag gab es keine Süßigkeiten, am anderen kein Gemüse. Tatsächlich freute er sich nach einem gemüsefreien Tag auf die Gurken-, Möhren- und Paprikastreifen. An den Süßigkeiten-Tagen wurde wenig, aber mit Bedacht genascht. Am Ende ein guter Kompromiss für alle.

Wenn Du mit Deinen Kindern fasten möchtest oder die Osterzeit aus christlicher Sicht näher bringen möchtest, empfehle ich einen Osterleuchter. Auf dieser Seite wird dieser wunderbar erklärt: Familien feiern Feste

Für viele ist die Zeit vor Ostern aber generell eine Zeit der religiösen Besinnung, ähnlich der Vorweihnachtszeit. Und so kann es sehr spannend sein, die verschiedenen Gotteshäuser zu besuchen. Ich möchte den Blick meiner Kinder für die ganze Bandbreite der religiösen Möglichkeiten aufzeigen und gehe mit ihnen in Synagogen und Kirchen, wir besuchen Tempel und Moscheen. Auch meine Freundinnen handhaben das so. Bei einem Besuch in einer koptischen Kirche wurde meine Freundin Zeuge eines aufschlussreichen Gesprächs: Zwei Jungs (ca. 6 Jahre alt) schauten sich mit einer Frau, die wohl ihre Mutter war, die Kirche an und blieben vor einem großen Kreuz stehen. Die Kinder wollten wissen, was es damit auf sich hatte und die Mutter setzte sich mit ihnen in eine Kirchenbank, nahm sich viel Zeit und erzählte geduldig die Jesus-Geschichte und den Zusammenhang mit Ostern. Nach dem „aufgefahren gen Himmel“ sprangen die Jungs vor Begeisterung auf und jubelten: „Boah, hatten die früher schon so’ne Raketen!?“

In meinem Blog hab ich ja schon öfter erzählt, dass ich nicht christlich-religiös erzogen wurde. Das Lernen und Verstehen spiritueller Zusammenhänge war stets im Alltag integriert und es war für meine Familie selbstverständlich, auch andere Religionen kennen zu lernen. So war ich einmal als kleines Mädchen bei einer befreundeten Familie des Pfarrers zum Ostergottesdienst und anschließendem Essen eingeladen. Damals war ich ca. 6 Jahre alt und beim gemeinsamen Essen mit dem Pfarrer schwer beeindruckt: „Da schau her! Jesus isst Kartoffelsalat!“ Ich weiß nicht genau wieso, aber irgendwie ging ich davon aus, dass der Pfarrer der Gottessohn selbst sei.

Später, als Erwachsene, setzte ich diese Familientradition fort und baute einen kulturell bunten Freundeskreis auf. Natürlich habe ich meine Freunde nicht nach ihrer Religion gewählt, aber es ergab sich einfach so. Wir besuchten uns gegenseitig, bewirteten die Gäste mit Kuchen, Kaffee und Tee und die Kinder spielten zusammen. Ich war mit meinem damals 2 jährigen Sohn mal wieder bei Freunden zu Besuch. Ich schaute mir mit ihm das wunderschön gestaltete Meditationszimmer mit bunten Wandbehängen und Teppichen an. Noch ganz gefangen mit diesen Eindrücken ging ich mit dem Kind auf dem Arm die Treppe hinunter, rutschte aus und kam erst nach einigen Stufen zum Stop. Junior reagierte vor Begeisterung jubelnd: „Nommaaaal!“ Ich lehnte mit Tränen in den Augen (mehr vor Lachen als vor Schmerz) dankend ab.

Ich kann solche Besuche übrigens absolut empfehlen! Besuche mit Deinen Kindern muslimische Familien. Lerne den Alltag buddhistischer Menschen kennen. Hör zu, was Heiden über ihre Religion zu erzählen haben – ohne, dass Du das mit Deinem Glauben vergleichst und möglicherweise bewertest. Unternimm doch mal einen Familienausflug in eine jüdische Synagoge oder wohne russisch-orthodoxen Gottesdiensten bei. Ich versprechen Dir, dass dies ungemein spannend und für den eigenen Alltag sehr bereichernd sein kann! Außerdem gibst Du Deinen Kindern, Enkeln und Dir selbst die Chance auf eine Welt der Verständigung, des Verständnisses und der Liebe.

Ich will Menschen bilden, die mit ihren Füßen in Gottes Erde, in die Natur eingewurzelt stehen;
deren Haupt bis in den Himmel ragt und in dem selben schauend liest; deren Herz beide, Erde und
Himmel, das gestaltenreiche Leben der Erde und Natur und die Klarheit und den Frieden des
Himmels, Gottes Erde und Gottes Himmel eint.“

Friedrich W. A. Fröbel, 1782-1852, deutscher Pädagoge

Von Schalttagen, Glück und Unglück

In diesem Jahr ist es wieder einmal soweit: Wir haben einen 29. Februar. Da das nur alle 4 Jahre vorkommt, ist es durchaus etwas besonderes. Und wie immer, wenn etwas außergewöhnliches passiert, überschlagen sich die Medien mit Schlagzeilen wie „Steht uns ein Katastrophenjahr bevor?“. Doch was da wirklich dran ist, hab ich Dir hier einmal zusammengefasst.

Schalttage oder -jahre sind so alt wie die Menschheit selbst. Sie werden immer dann eingeschoben, wenn der Kalender nicht mit dem Sonnenjahr übereinstimmt und eine Verschiebung der Jahreszeiten droht. In der Geschichte ist das manchmal recht willkürlich passiert, aber schon seit den alten Römern gab es einen Schalttag im 4-Jahres-Rhythmus.

Die Römer allerdings waren grundsätzlich auch recht großzügig darin, einen Tag als Unglückstag zu bezeichnen. So sind die berühmten Schwendtage (dies atri) oft nach einer verlorenen Schlacht der Römer als solche deklariert worden. Wenn die glorreichen Römer eine Schlacht verlieren, dann MUSS der Tag als solches (und die Götter natürlich) Schuld sein und selbstverständlich nicht die Römer selbst – so das Denken. Dass die Schwendtage dann tatsächlich bis in unsere Zeit eine gewisse Unglücksenergie aufweisen, zeigt die Schöpferkraft des Menschen. Wenn viele Menschen einen bestimmten Gedanken an einem bestimmten Tag haben, erschafft dies eine bestimmte Energie. Der Glaube versetzt Berge.

Mit der Unglücksenergie an Schalttagen ist das ähnlich. Dazu kommt eben noch, dass eine Abweichung per se schon als „komisch“ wahrgenommen wird. Der Religionswissenschaftler Horst Juninger erklärte in einem Interview mit dem mdr: „Wie man von der Kognitionsforschung weiß, ist es vor allem das Bizarre und Absonderliche, das überproportional memoriert wird und das sich dadurch intensiver als anderes im individuellen wie kulturellen Gedächtnis festsetzt“.

Es gibt also für den 29. Februar besonders viel Aberglauben. Zum Beispiel sagt man, dass alle, die am 29.2. geboren sind, Geister sehen können. Rituale, Orakel und andere magische Tätigkeiten sollten vermieden werden. Daran halte ich mich persönlich nicht. Zu sehr freue ich mich über einen Tag mehr im Jahr, an dem ich Dinge erledigen kann, für die sonst zu wenig Zeit bleiben.

Wie könntest Du diesen Extra-Tag nutzen? Schreib doch mal eine Liste mit all den Dingen, die Du schon lange mal machen wolltest. Dann streiche alles weg, was Du nicht voller Freude machen würdest. Das, was übrig bleibt, ist Deine Aufgabe für den 29. Februar. Uups – bei Dir ist nun gar nichts mehr übrig geblieben? Dann ist dieser Samstag für Dich ein Tag für Muße und Nichtstun.

„Müßiggang, du heiliges Kleinod, einziges Fragment der Gottähnlichkeit, das uns noch aus dem Paradiese blieb!“

Friedrich Schlegel

Von neuem Licht und beginnendem Wachstum

Eins der 8 großen Hexenfeste steht vor der Tür. So verschieden die Namen für Imbolc sind (Lichtmess, Brigid oder auch Oimelc), so verschieden sind auch die Zeitpunkte, an denen es gefeiert wird. Je nachdem welcher Tradition man folgt, feiert man in der Nacht auf den 1. Februar (so wie ich), in der Nacht zum 2. Februar oder aber zum 1. Vollmond des Jahres. Damit Du Dich gut vorbereiten kannst, gibt es schon heute einige Anregungen zu diesem Fest von mir.

Es geht um das neue Licht, das zur Wintersonnenwende geboren wurde und nun langsam in die Welt geht. Die Tage werden merklich länger, die Dunkelheit ist überwunden. Auch, wenn wir das noch gar nicht spüren, naht der Frühling. Meine Großmutter hat früher immer gesagt: „Immer dann, wenn die Nacht am Dunkelsten ist, ist das erste Licht des Morgens ganz nah.“ So viele Male in meinem Leben hat mich der Gedanke daran getröstet und zum Durchhalten motiviert. Genau dieser Satz entspricht dem Gedanken von Imbolc. Das Land mag verschneit liegen (oder einfach nur tot, ohne Schnee), doch unter der Erde keimen die Samen auf und wachsen langsam dem Licht entgegen.

Ein Ritual, um das Licht einzuladen

Um das Licht des neuen Jahres in das Haus einzuladen – und damit zu sich ins Leben zu holen – gibt es ein schönes Ritual, dass es sogar in christliches Brauchtum geschafft hat. Am 2.2. zum katholischen Fest Maria Lichtmess finden noch heute Kerzenweihen statt. Alle Kerzen für das neue Kirchenjahr werden an diesem Tag geweiht und man kann meist eine eigene Kerze an der frisch geweihten Altarkerze entzünden und diese Flamme mit nach Hause nehmen. Auch wenn Du nicht in die Kirche gehst, probiere doch einmal folgendes Ritual aus:

Lege Dir eine Kerze und Streichhölzer zurecht. Dann schalte alle Lichter in Deiner Wohnung aus. Konzentriere Dich auf die Dunkelheit. Spüre, was sie in Dir auslöst und was es bedeuten würde, in ewiger Dunkelheit leben zu müssen. Bleibe ein paar Minuten in dieser Energie. Dann entzünde die Kerze. Beobachte, wie das Licht dieser einzigen Kerze den Raum füllt. Mach Dir bewusst, dass ein einziges Licht genügt, um den Raum zu erhellen. Und auch, dass es in Deinen Händen liegt, die Kerze zu entzünden. Dann gehe von Raum zu Raum und lass das Licht Deiner Kerze in jeden Raum hineinscheinen. Wenn wir dieses Ritual machen, dann schalten wir ganz kurz alle Lampen im Raum ein, um Licht in jeden Winkel scheinen zu lassen. Die Kerze darf dann ganz in Ruhe abbrennen.

Der Segen der Göttin

In diesem neuen Licht erscheint die Göttin Brigitd als „die vom Strahlenkranz umgebene“ und löst damit die dunkle Göttin ab, die als Percht, Cerridwen oder auch Morrigane den Winter beherrschte.

Einer alten Überlieferung nach sagt man, dass die erwachte Göttin segnend über die Erde geht und mit ihrem Hauch die Natur vom Winterschlaf aufweckt. Um von diesem Segen ebenfalls etwas abzubekommen, soll man in der Nacht etwas Weißbrot von außen auf das Fensterbrett legen. Wenn die Göttin vorbeikommt, segnet sie es. Am nächsten Morgen müssen alle gemeinsam das Brot verspeisen. Bei uns ist das inzwischen ein liebgewonnener Brauch geworden und auch unsere Haustiere bekommen ein paar Krümel des gesegneten Brotes ab. Wir stellen übrigens auch immer eine weiße Kerze neben das Brot, damit die Göttin unser Haus auch findet.

In keltisch geprägten Gegenden ist es heute noch Brauch, einen Tropfen Milch als Dank an die Hausgeister auf die Türschwelle zu tropfen.

Zeit der Reinigung

Ein weiterer Aspekt von Imbolc ist das Thema Reinigung. In bäuerlichen Regionen ist es bis heute üblich, die Ställe in dieser Zeit auch rituell zu reinigen, damit das Vieh gesund bleibt und gut gedeiht.

Die Fastenzeit liegt in diesem Jahr recht spät, naht aber ebenfalls und gehört thematisch zur Reinigung und Vorbereitung auf das Frühjahr. Eine – wie auch immer gestaltete – Fastenzeit reinigt und entlastet Körper, Geist und Seele. Du könntest zum Beispiel Deine Wohnung mit Weihrauch und Salbei räuchern, um die Dunkelheit zu verabschieden und Altes und Belastendes hinter Dir zu lassen. Vielleicht startest Du auch jetzt schon in den Frühjahrsputz und befreist Dich von all dem, was Du eigentlich gar nicht mehr brauchst? Ein Bad in Meersalz reinigt Dich auch energetisch.

Du siehst, es gibt ganz verschiedene Ansätze, die aktuelle Zeitqualität zu nutzen. Was tust Du, um das Licht willkommen zu heißen?

Von Neujahrsritualen und guten Anfängen

Meine Großmutter hat mir schon als ich ein kleines Kind war eingeschärft: „Das, was Du am Neujahrstag tust, tust Du das ganze Jahr!“ Also ist es bei uns heute noch Brauch, eine Art Schnelldurchlauf des Jahres am 1. Januar zu zelebrieren. Wir treffen uns mit Freunden und Familie (oder telefonieren zumindest), verbringen Zeit mit den Kindern und auch allein mit dem Liebsten. Ich arbeite eine Stunde, wir gehen spazieren und freuen uns an der gemeinsamen Zeit. Auch das gemeinsame Essen finden wir wichtig. Aber Achtung: Einem alten Glauben nach, darf es am Neujahrstag kein Geflügel zu essen geben, weil sonst das Glück davon fliegt.

Tag der Göttin Nanshe

Der 1. Januar ist auch der Tag der babylonischen Göttin Nanshe. Diese Wassergöttin schaut dem Mythos nach am Neujahrstag auf das vergangene Jahr und beurteilt die Taten der Menschen. Und auch wir können diesen Tag ebenso wie Nanshe für eine Bilanz und Neuausrichtung nutzen. Nimm Dir etwas Zeit und überdenke das vergangene Jahr: Was hat Dich glücklich gemacht? Wofür bist Du dankbar? Notiere all das auf einen Zettel, den Du dann zu einem Schiffchen oder zu einer Schale faltest. An einem fließenden Gewässer verabschiedest Du Dich vom Vorjahr, indem Du das Schiffchen mit ein paar Blüten und etwas Honig (für die Süße und die Schönheit des kommenden Jahres) dem Wasser übergibst. Dann wende Dich ab und heiße das neue Jahr voller Freude willkommen.

Dann lass los!

Ich bin überzeugt davon, dass dieses Abwenden (Loslassen!) der Schlüssel zu einem erfüllten neuen Jahr ist. Das alte Jahr ist vorbei und nicht mehr zu ändern. Egal ob wir es als gut bewerten oder eher nicht. Jede Minute „Hätte ich mal…“ oder „Ich hätte besser nicht… “ verschwendet eine Minute der Zeit, in der ich es besser hätte machen können. Wie Du vielleicht in einem meiner vorigen Blogartikel gelesen hast, bin ich ein großer Fan von Hal Elrod und seinem „Miracle Morning“. Im Buch dazu schreibt er: „Wichtig ist, zwischen Verantwortung und Schuld zu differenzieren. Die Schuld trägt der, der Schuld hat; Verantwortung hingegen trägt der, der entschlossen ist, Dinge zum Positiven zu wenden. Am Beispiel meines Unfalls: Schuld daran war der betrunkene Pickup-Fahrer; die Verantwortung dafür, mir von diesem Unfall nicht das Leben zerstören zu lassen, hatte ich.“ Wenn wir nun also unabhängig von der Schuldfrage Verantwortung für unser Leben und vor allem unser Glück übernehmen, dann MUSS das neue Jahr ein großartiges werden!

Also: Wie beginnst Du das neue Jahr?

Von großer Dankbarkeit und allerlei Orakeln

Nun ist dieses Jahr auch fast Geschichte. In kaum einem Jahr sind meine Emotionen so sehr Achterbahn gefahren wie in diesem. Hochs und Tiefs haben sich so schnell abgewechselt, dass mir manchmal ein wenig die Puste ausging. Und doch bin ich unendlich dankbar. Dankbar für all die Unterstützung, die ich erfahren durfte. Dankbar für Lektionen, die ich lernen durfte – und hey, ich bin immer noch da!

Das Merkurjahr (in welchem wir uns ja noch bis Mitte März befinden) versprach ja schon zu Beginn im März, ein spannendes Jahr zu werden. Im Sonnenjahr 2017 ging es noch um das „Ich“ als Basis allen Tuns, während es 2018 im Venusjahr schon um das „Wir“ ging. Aus eins und eins wird zwei. Im Merkurjahr wurde und wird das Geflecht aus „Wirs“ sichtbar. Gemeinsame Ideen werden entwickelt und in die Welt gebracht. Auch bei mir haben sich Zusammenarbeiten weiter entwickelt, manchmal wieder aufgelöst und oft vertieft. Auch das gehört zu Merkur dazu: Mit wem will ich handeln, mit wem lieber nicht?

Jetzt zum Jahresende werde ich immer etwas sentimental und sehr sehr dankbar (mehr noch, als ich es sowieso täglich bin). Das Jahr ist für mich eine Art Projekt, das ich erfolgreich abschließen darf. Wie ist das für Dich?

Das Ende des Jahres ist für mich aber zugleich auch der Höhepunkt. Silvester ist mir das wichtigste aller Feste – noch vor Geburts- oder anderen Feiertagen. Deshalb gibt es bei uns auch so viele Rituale. Natürlich schauen wir in das neue Jahr hinein – teilweise mit Karten, teilweise mit Wachsgießen.

Schuhwerfen als Alternative zum Bleigießen

Gerade in größerer Gruppe oder mit älteren Kindern ist aber das Schuhwerfen besonders lustig. Man stellt sich auf Socken mit der Nase zur Wand auf – ein großer Raum oder der Hausflur sind ideal. Auf Kommando werfen nun alle ihre Schuhe über die Schulter in den Raum. Danach drehen sich alle um und deuten, wie die Schuhe gefallen sind. Zeigt zum Beispiel die Schuhspitze zur Tür, bedeutet das, dass der Werfer oft reisen wird. Stehen zwei Schuhe übereinander, deutet das wahlweise auf drohende Konflikte oder eine Liebesbeziehung zwischen beiden Besitzern hin. Eine zum Fenster zeigende Schuhspitze zeigt einen neugierigen Werfer an; während ein Schuh, der unter einem größeren Haufen Schuhe liegt, auf einen sehr müden Besitzer hinweisen soll. Schuhe die mit der Sohle nach oben liegen, zeigen gute Nachrichten an. Wird jemand von einem geworfenen Schuh getroffen, so soll das ganz besonders Glück bringen.

Besonders schön ist es, in der Silvesternacht ein großes, sauberes Konservenglas zu dekorieren und darin im Laufe des Jahres kleine Zettel zu sammeln, auf denen die großen und kleinen Glücksmomente des Jahres notiert werden. Zum nächsten Silvester kann man sich darüber freuen, wie viele tolle Dinge einem widerfahren sind.

Silvester-Motivationskerze

Und noch ein kleines Ritual möchte ich mit Dir teilen. Wenn es Dir schwer fällt, Dich an Deine Vorsätze zu halten, dann lade Dir eine Motivationskerze auf. In der Silvesternacht soll diese möglichst große Stumpenkerze mit der Jahreszahl beschriftet werden und von außen auf dem Fensterbrett stehen. Dort lädt sie sich mit der wunderbaren Energie des Neuanfangs auf. Wenn Du nun im Laufe des Jahres merkst, dass Du Dich von Deinen Vorsätzen entfernst, zünde die Kerze für eine Stunde an und erinnere Dich daran, warum Du den Vorsatz gefasst hast und weshalb es Dein Leben verbessern würde, Dich daran zu halten.

Nun wünsche ich Dir mit meinem absoluten Lieblingsgedicht von ganzem Herzen einen tollen Start in ein neues Jahr voller großer und kleiner Wunder!

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Herrmann Hesse

Von Monaten, Monden und dem richtigen Zeitpunkt

Der Jahreskreis

„Jegliches hat seine Zeit,
Steine sammeln, Steine zerstreu’n,
Bäume pflanzen, Bäume abhau’n,
Leben und sterben und Frieden und Streit.“

Puhdys „Wenn ein Mensch lebt“

Auch energetisch gesehen, ist es wie in diesen Liedzeilen, die einige von Euch vielleicht kennen. Alles hat seine Zeit. Die Jahreszeiten, Monate, Monde, Wochen, Tage bis hin zu den einzelnen Stunden haben ganz unterschiedlich gelagerte Energien und Qualitäten, die wir für uns nutzen können.

Schon der Psychologe Carl Gustav Jung, der Pionier der psychologischen Astrologie, vertrat die Ansicht, dass es bestimmte Zeitqualitäten gibt, die man anhand astrologischer Berechnung ablesen könne. Er betonte dabei, dass die Planeten diese Zeitqualität nicht beeinflussen oder gar schaffen würden, sondern lediglich anzeigen würden – wie eine Uhr die Zeit nicht schafft, sondern nur anzeigt.

Wenn man nun davon ausgeht, dass jeder Moment eine spezielle Energie hat, dann bedeutet das auch, dass es für bestimmte Vorhaben passende und weniger passende Zeiten gibt. In der Magie wird genau das angenommen.
Die verschiedenen Götterfeste, Mondstände, Planetenläufe zeigen uns die richtigen Momente für weltliche Themen wie Umzüge, Gehaltsverhandlungen, Bewerbungsgespräche und Dates. Aber sie zeigen auch die passende Zeit für Liebeszauber, Geldkerzen und Meditationen.

So ist es zum Beispiel sinnvoll, sich den richtigen Moment für ein Gespräch mit dem Chef über die lange ersehnte Gehaltserhöhung herauszusuchen und nicht etwa einen Moment, der energetisch eher einer erhöhten Sparsamkeit entspricht.

Dabei gilt: Je genauer der Moment passt, umso stärker die jeweilige Energie. Natürlich genügt in Ausnahmefällen der passende Tagesregent, allerdings sollte doch zumindest auch der Mondstand berücksichtigt werden. Am Anfang mag Dir das vielleicht umständlich oder gar kompliziert erscheinen aber wenn Du Dich darauf einlässt, verspreche ich Dir eine Bereicherung Deines Alltags!

Die Monate

Die Monatsenergien ergeben einen Lauf durch den Jahreskreis und beziehen sich immer auf die Mondphasen. So wirkt die jeweilige Energie immer von Neumond zu Neumond mit der Kraft des jeweils eingeschlossenen Vollmondes.

Januar – Wolfsmond
Mit dem ersten Vollmond im Jahr werden die Tage zwar schon wieder spürbar länger, aber noch herrscht – meist eisige – Kälte. Immer noch regeneriert sich die Natur im Verborgenen, doch wissen wir, dass unter der Erde schon neues Leben beginnt. Jetzt ist die richtige Zeit für Planungen, Visionen und Vorbereitungen.

Februar – Sturmmond
Und endlich sind sie da: Die ersten Vorboten des nahenden Frühlings zeigen sich. Haselnuss, Weidenkätzchen und vereinzelte Schneeglöckchen lassen die nahende Fülle erahnen. Die neue, frische Kraft wird langsam sichtbar und energetisch fühlbar.

März – Saatmond
Die Natur erwacht nun endgültig, was man auch deutlich sehen und mit allen Sinnen erleben kann. Es ist dennoch eine Zeit des Kampfes, denn der Winter will seine Herrschaft scheinbar nicht hergeben. Trotzdem siegt das Licht über die Dunkelheit, denn die Tage werden nun wieder länger.

April – Frühlingsmond
Die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite: Überall blüht und grünt es, es ist die Zeit der größten Fruchtbarkeit. Trotzdem wollen Pflanzen gehegt, Felder beackert werden und auch unsere Pläne und Vorhaben brauchen Pflege, damit sie nicht „ins Kraut schießen“.

Mai – Liebesmond
Blüten an Sträuchern und Bäumen verblühen, der Grundstein für die Erneuerung des Lebens ist damit gelegt. Es beginnt die Zeit der Liebe und Harmonie. Die Natur ist scheinbar in absoluter Balance: Die Kälte des Winters ist vorbei (auch nachts) und die Hitze des Sommers ist noch nicht angekommen.

Juni – Honigmond
Die Natur geht ihrem Höhepunkt entgegen, die Bienenstöcke sind mit süßem Honig gefüllt. Die Tage sind nun am längsten im Jahr. Wir Menschen streben nach Freiheit und Zeit unter freiem Himmel. Energetisch geht es um Expansion, Ausdehnung und Fülle.

Juli – Kräutermond
Der Höhepunkt des Jahres ist zwar bereits vergangen, doch erleben wir jetzt die größte Fülle. Überall finden wir Früchte, Getreide und Gemüse, gleichbedeutend mit Zufriedenheit und Wohlstand. Auch energetisch können wir noch aus dem Vollen schöpfen.

August – Getreidemond
Es ist Erntezeit. Das Alte ist verbraucht und es wird Zeit für die neue Ernte. Die Lager füllen sich. Es ist der Monat des Sammelns und Erntens. Aber auch der Planung: Denn im geernteten Korn und der toten Pflanze lebt bereits das Versprechen auf die Fülle im nächsten Jahr.

September – Erntemond
Was im August begann, wird fortgesetzt. Vorräte werden angelegt. Auch energetisch können wir uns jetzt einen Vorrat für die kommende „dunkle Zeit“ zulegen, aus dem wir dann später schöpfen können.

Oktober – Jagdmond
Es beginnt die Vorbereitung für die dunkle Jahreszeit. Es wird gejagt, die Vorräte werden geprüft und gegebenenfalls ergänzt. Es ist die Zeit der Übergänge und mit den Herbststürmen beginnt auch die Herrschaft des Winters.

November – Schneemond Die Ruhephase der Natur beginnt, alles zieht sich in den Schoß der Erde zurück, wo es sich regenerieren und Kraft für das nächste Jahr schöpfen kann. Es ist außerdem die Zeit der Bilanz: Was ist gewachsen? Was ist verloren gegangen? Was ist für eine bessere Ernte im nächsten Jahr nötig?

Dezember – Eichenmond
Es ist die dunkelste Zeit des Jahres, gleichzeitig aber nimmt das Licht wieder zu, die Tage werden kaum merklich länger. Es ist die Zeit der Hoffnung und Wiedergeburt.

Der Mond

Der Mond und seine Veränderungen dürfte zu den ältesten Wissenschaften der Welt gehören. Zwar weiß niemand so genau, wann die ersten Menschen bewusst in den Himmel geschaut und sich Gedanken über die Mondwanderungen gemacht haben, allerdings ist bekannt, dass es schon vor ca. 100.000 Jahren die ersten Astronomen gab, denen die wechselhaften Phasen des Mondes aufgefallen sind. Den Steinzeit-Menschen blieb dann wohl auch nicht lange verborgen, dass die Zeitspanne von Vollmond zu Vollmond – also ca. 29 Tage – erstaunlich gut mit der Dauer des weiblichen Zyklus übereinstimmt. Auf mehr als 30.000 Jahre alten Höhlenzeichnungen sind Frauen als Fruchtbarkeitsgöttinnen gemeinsam mit dem Mond erkennbar. Man ging ebenso davon aus, dass der zu- bzw. abnehmende Mond die Energien auf der Erde verändert.

Vollmond
Der volle Mond eignet sich für alle Arten von Ritualen. Er hat besonders viel Energie. Der Vollmond ist der Höhepunkt der möglichen Energie. Mehr geht nicht. Die Vollmondenergie beginnt ca. 24 Stunden vor dem eigentlichen Vollmondzeitpunkt und endet ca. 24 Stunden danach.

Abnehmender Mond
Bei abnehmendem Mond nimmt auch die Energie ab – es sollten also Rituale gewirkt werden, bei denen etwas weniger werden soll.

Neumond
Es war lange Zeit verpönt, den Neumond für Rituale zu verwenden, weil man glaubte dass auch der Mensch pausieren sollte, wenn der Mond sich eine Pause gönnt. Allerdings eignet sich diese Zeit sehr gut für Neuanfänge aller Art und die innere Einkehr.

Zunehmender Mond
Der zunehmende Mond eignet sich für Rituale, bei denen etwas mehr werden oder wachsen soll.

Die Tagesregenten

Jedem Tag ist ein Planetenherrscher zugeordnet, der die Tagesqualität definiert. Dieser sollte mindestens berücksichtigt werden, wenn man ein Ritual oder ähnliches durchführen möchte. Zudem kann es hilfreich sein, auch für wichtige Projekte und Termine den richtigen Start- oder Zeitpunkt zu suchen, um eben die jeweiligen Energien und deren Potenziale auszuschöpfen.

Zwar gibt es verschiedene Theorien, dass ein “Hexentag” mit dem Sonnenuntergang des vorangegangenen Tages beginnen würde, doch geht diese Sichtweise eher auf die jüdischen (und später christlichen) Traditionen der Sabbate zurück, die bereits ab Sonnenuntergang des Vortages gefeiert werden – z. B. das Weihnachtsfest mit dem Heiligen Abend zuvor.

Montag – Der Mond
Der Planetenherrscher am Montag ist – wie man am Namen schon hören kann – der Mond. Der Mond steht für Weiblichkeit, Intuition und Spiritualität. Daher ist der Mondtag ganz besonders für Termine geeignet, in denen Dein Bauchgefühl eine wichtige Rolle spielt. Dies birgt natürlich auch die Gefahr, sehr sensibel und weich zu wirken und zu agieren. Daher ist der Montag für Verhandlungen und Konflikte aller Art nicht gut geeignet.

Dienstag – Der Mars
Im französischen Wort für Dienstag “mardi” hört man die Herkunft noch: Dienstag ist Mars-Tag. Der Mars steht für energische Energien, Mut und Tatkraft. Er ist der perfekte Tag für Gespräche, bei denen man mal auf den sprichwörtlichen Tisch hauen muss. Auch Termine, für die man Mut aufbringen muss, sind am Dienstag perfekt gelegt. Verhandlungstermine bei denen Geschick gefragt ist oder Projekte bei denen Du Dich etwas zurücknehmen solltest, sind an einem anderen Tag besser aufgehoben.

Mittwoch – Der Merkur
Merkur steht für Kommunikation und Verhandlungen. All das, wo es um Kompromisse geht, darf gern auf den Mittwoch gelegt werden. Der negative Aspekt besteht darin, dass man eventuell zu schnell nachgibt oder sich zu leicht auf Zugeständnisse und Vergleiche einlässt.

Donnerstag – Der Jupiter
Im deutschen Wort Donnerstag wird dem nordischen Gott Donar (Thor) gedacht, der Herrscher des Tages ist jedoch Jupiter – wie man im französischen “jeudi” noch hören kann. Jupiter ist der Glücksplanet, er stärkt finanzielle und berufliche Situationen, ist aber generell der “Erfüller”. Die Schwäche dieses Tages liegt in der unreflektierten Freigiebigkeit und der Gefahr, an diesem Tag etwas ausgenutzt zu werden.

Freitag – Die Venus
Venus, die Göttin und der Planet der Liebe! Alles, was mit Liebe, Zuneigung und Harmonie zu tun hat, sollte an einem Freitag geschehen – so z. B. erste Dates, Hochzeiten, Verlobungen etc. Der Freitag ist der romantischste aller Tage. Allerdings läuft man Gefahr, vieles durch die sprichwörtliche rosarote Brille zu sehen.

Samstag – Der Saturn
Zwar ist die Angst vor dem Saturn als Spielverderber-Planet unbegründet, doch ist die Energie des ständigen Hinterfragens nicht zu unterschätzen. Dinge, die zu Ende gehen sollen, sollten an einem Samstag erledigt oder zumindest begonnen werden. Daher sollten Ehen möglichst nicht an diesem Tag geschlossen werden.

Sonntag – Die Sonne Der letzte Tag der Woche steht dann unter der Herrschaft der Sonne. Diese steht zum einen für männliche und kraftvolle Energien, zum anderen aber auch für Vitalität und Strahlkraft. Allerdings kann ein zu helles Licht leicht auch andere Dinge überstrahlen – zum Vor- aber auch zum Nachteil.

Nun gibt es zusätzlich noch die Stundenregenten, die je nach Wochentag und Uhrzeit verschieden sind. Jedoch führt das hier zu weit und erschwert denen, die gerade erste Schritte im Bereich der Rituale gehen, zusätzlich den Einstieg. Bei Bedarf sind entsprechende Tabellen auf Anfrage kostenfrei bei mir via Email zu bekommen.

Ich selbst beachte die oben genannten Energien für meine Jahres-, Monats- und Wochenplanung. Probiert das doch mal aus und verratet mir, wie Ihr das umsetzen könntet.

Last-minute Imbolc-Ritual

Um den 1. Februar herum feiern die Hexen das Imbolc-Fest. Die schlafende Natur wird von der Göttin geweckt und das Leben kehrt – zunächst noch bis Ostern verborgen im Bauch von Mutter Erde – zurück. Es ist die Zeit der großen Reinigung, des neuen Lichtes und der Freude.

Ich habe in der vergangenen Nacht gefeiert und freue mich heute an der neuen Energie. Hast Du auch schon ein Ritual durchgeführt? Wenn nicht, habe ich hier ein **Last-Minute-Imbolc-Ritual** für Dich. Die Zutaten dazu hast Du bestimmt zu Hause.

Du benötigst: Ein Glas, Salz, ein weißes Teelicht, Lorbeerblätter und eine Kräuter- oder Räuchermischung zum Thema Reinigung. Fehlt Dir diese Räuchermischung? Kein Problem. Du kannst es mit getrocknetem oder frischen Rosmarin und Lavendel aus Deiner Küche ersetzen.

Das Salz kommt zuerst ins Glas, dann die Kräuter darauf und oben drauf die Teekerze. Dann entzündest Du die Kerze und gehst mit dem Glas durch alle Räume. Lass das Licht des Neuanfangs allen alten Kummer vertreiben und Deine Seele erleuchten.

Im Jahreskreis folgt: Samhain

Samhain ist ein Mondfest. Nach dem Kalender wird es in der Nacht vom 31.10. auf den 1.11. gefeiert. Bei der Betrachtung der Aspekte von Samhain bin ich allerdings der Meinung, dass dieses Fest zum folgenden Neumond gefeiert werden sollte.

Es ist das letzte bzw. erste Fest im Jahreskreis, sozusagen das Hexen-Neujahr. Die Grenzen zwischen unserer Welt und der Anderswelt sind in dieser Zeit besonders dünn – die Menschen können leichter in die Anderswelt hinüberschauen, die Wesen von dort gelangen leichter zu uns.

Andere Bezeichnungen für Samhain sind: Halloween (All Hallows Eve – Allerheiligen-Abend), Allerheiligen (1.11.) und Allerseelen (2.11.) sind die christlichen Pendants. Germanisch wird die Winternacht gefeiert. Bei allen handelt es sich um Totenfeste um die Ahnen zu ehren.

Das wichtigste Thema von Samhain ist der Kontakt zu den Ahnen. Diesen Kontakt aufzunehmen und die Ahnen regelmäßig zu ehren war und ist in allen Kulturen ein wichtiger Bestandteil.Viele setzen sich heute nicht mehr mit diesem Thema auseinander, aber dieses Fest kann Anlass sein, die Angst vor dem Tod abzulegen und sich mit diesem Thema als Neuanfang/ Übergang zu befassen und ihn als Teil des Lebens anzunehmen.

Die dunkle Jahreszeit kann sehr gut genutzt werden, sich mit seinen eigenen dunklen Aspekten zu beschäftigen. Auch kann man nun gut Pläne für das neue Jahr schmieden.

Bräuche waren und sind unter anderem, beim Essen ein zusätzliches Gedeck für die Ahnen aufzustellen, Gräber besonders schmücken, Räucherungen und Kerzen und Essen und Trinken um die umherziehenden Geister zu ehren und zu stärken. Daher kommt auch der Halloween- Brauch der Kinder des Bettelns um Süßigkeiten.

Samhain ist hervorragend für Prophezeiungen und Orakel geeignet. Den Altar kann man mit Eibenzweigen, Efeuranken, Thuja und Fotos seiner Ahnen schmücken. Als Opfergaben eignen sich besonders Kürbiskerne, Nüsse, Obst, ein Teller mit Essen und ein Glas Wein für die Ahnen.

>