Rezepte Archive - Stefanie Gralewski

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Von Lasagne und der allumfassenden Wahrheit

Meine liebe Freundin Susanne Lindenthal (Ernährungswissenschaftlerin und TCM-Expertin), hat zur Blogparade gerufen. Ihr Thema: Das Lasagne-Konzept. Hier könnt Ihr es nachlesen:

Das Lasagne – Konzept

Als Susanne davon erzählte, war mir klar, dass ich dazu auch einen Blogartikel schreiben muss. Eine Lasagne kann nämlich etwas durchaus spirituelles haben. Zum einen ist Kochen sehr meditativ. Entweder, weil man höchst konzentriert bei der Sache ist und keine weiteren Gedanken den Fokus aufs Rezept stören. Oder aber, weil alles wie aus dem Ärmel geschüttelt läuft und man nebenbei seine Gedanken ordnen kann. In jedem Fall bin ich selbst schon zwischen Schnittlauch, Kartoffeln und Brokkoli zu höchst wegweisenden Entscheidungen gelangt. Inzwischen muss ich auch nicht mehr mit teigigen Händen nach einem Stift suchen um meine Gedanken zu notieren. Ich habe eine dieser kleinen, runden Damen (deren Name mit A beginnt und auf lexa endet) auch in meiner Küche stehen, die auf Zuruf meine Ideen speichert.

Wer schon mal eine Lasagne zum Partybuffet bei Freunden mitgebracht hat, könnte meinen, dass es sich bei der Schichtspeise um den Heiligen Gral handelt. Bei manchen ist das Familien-Lasagne-Rezept direkt heilig. Diese Leute glauben, dass nur sie das einzig wahre Rezept kennen. Alle anderen sind per se schon einmal falsch. Und nichts und niemand darf an diesem Rezept etwas ändern. Wer die Lasagne nicht so zubereitet wie sie, gehört nicht dazu und ist vielleicht auch ein bisschen doof. Auf jeden Fall aber ist ein Mensch mit einem anderen Rezept komisch und seine Lasagne – wenn überhaupt – nur mit Vorsicht zu genießen. Vielleicht ist ja nicht nur die Lasagne gefährlich, sondern auch der Mensch? Wer weiß, zu was dieser Mensch fähig ist, wenn er seine Lasagne mit Käse macht!!! Oder gar fleischlos? Das eigene Rezept ist die Wahrheit. Punkt.

Was dem einen seine Lasagne, ist dem anderen sein Kartoffelsalat. Oder sein Müsli.

Vielleicht schmunzelst Du nun und findest das doch sehr weit hergeholt. Dann gibt es in Deiner Familie vielleicht kein supergeheimes Lasagnerezept? Das verstehe ich gut, denn in meiner Familie gibt es keine Pasta-Religion. Aber bei uns gibt es den heiligen Kartoffelsalat meiner Mutter, der seit Jahren nur auf eine bestimmte Art und Weise zubereitet werden darf. Dieser darf auf gar keinen Fall auf Familienfeiern fehlen und wehe, es werden auch nur andere Gürkchen verwendet!

Klar – jeder darf sein Lieblingsrezept haben und Jahr um Jahr das Essen genau so zubereiten. Das hier ist auch kein Plädoyer für ständig wechselnde Zubereitungsarten, sondern vielmehr für Toleranz. Kannst Du aushalten, dass jemand anderes sein Essen anders zubereitet, als Du? Klar, wirst Du denken. Wenn es nicht schmeckt, musst Du es ja nicht essen. Aber bleibt nicht doch ein kleines Gefühl dabei, dass das Ungewöhnliche irgendwie „falsch“ sein könnte?

Und während ich das hier schreibe, erinnere ich mich an einen Tweet, den ich Ende 2018 las:

Ich nehme mich dabei auch gar nicht aus. Denn ich selbst beäuge im Hotel meinen Tischnachbarn mit Schaudern, wenn er Marmelade auf die Leberwurst streicht oder genüsslich in ein Ketchup-Schoko-Brötchen beißt. Dafür fand ich es als Teenager famos, meine Pommes in den Erdbeershake zu tunken. Wer also im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen… Sei ehrlich: Welche komischen Essgewohnheiten hast Du?

Egal, ob Lasagne, Kartoffelsalat, Pommes oder Müsli: Immer dreht es sich darum, dass jemand glaubt, er allein kennt die einzig wahre Wahrheit. Und alle, die sich dieser Wahrheit nicht anschließen wollen, sind minderbemittelt oder gefährlich – im Zweifel beides. Doch es gibt diese eine Wahrheit nicht.

Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Das ist vermutlich die einzige Wahrheit.

Wird mir meine Lebensgrundlage genommen, wenn mein Nachbar seine Lasagne vegan zubereitet? Warum kann ich nicht tolerieren (=erdulden), dass jemand andere Angewohnheiten oder einen anderen Geschmack hat? Ich erinnere mich, dass mein Vater einmal eine Kartoffelsuppe gekocht hat. Da war ich etwa im Teenageralter, glaube ich. Wir alle wunderten uns über den komischen Geschmack, bis mein Vater uns erklärte, er hätte die Würstchen in Honig angebraten, damit sie knuspriger würden… Kann man machen. Ich brauche das jedenfalls nicht noch einmal.

Meine Mutter mag weiße Bohnen, damit könnte man mich jagen. Dafür liebe ich Brokkoli und sie nicht. Dennoch bleibt sie meine Mama. Wir streiten nicht wegen des Essens. Ganz im Gegenteil: Wir tauschen Rezepte oder gefüllte Tupper-Dosen und geben uns selbst die Möglichkeit einmal über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen – nicht nur sprichwörtlich.

Und manchmal kann man auch einfach den Mund halten.

„Wenn du nichts Nettes über jemanden zu sagen hast, sag lieber gar nichts.“

Klopfer in Disney’s Bambi

Manchmal hab ich selbst auch keine Lust darauf, Neues auszuprobieren. Und manche Sachen sind irgendwie auch nach zigmal probieren nichts für mich. Koriander zum Beispiel oder Tofu. Ich weiß das, ich mag nichts kosten, wo das drin ist. Meine Entscheidung. Die muss ich aber nicht dauernd in die Welt posaunen. Muss man als Vegetarier oder Veganer wirklich unter jedes Bratwurst-Rezept, das man im Internet findet, posten, dass man Fleischesser scheiße findet? Ist es zu viel verlangt, an einem Tofu-Rezept einfach vorbei zu scrollen, wenn man es nicht so ansprechend findet, anstatt einen blöden Schnitzel-Witz darunter zu setzen? Die persönlichen Vorlieben des Gegenübers zu akzeptieren, ist gelebte Toleranz.

Toleranz bedeutet auch, anzuerkennen, dass es nicht nur ein einziges korrektes Lasagne-Rezept gibt. Und Toleranz würde uns nicht nur in Sachen Ernährung gut tun. Es würde unser Leben leichter machen, wenn wir die Lebenseinstellungen anderer einfach hinnehmen würden, ohne ständig unsere Meinung dazu loszuwerden. Warum sollte mich die sexuelle Ausrichtung meines Nachbarn interessieren, wenn ich daran nicht teilhaben will? Warum sollte mich etwas angehen, dass mein Kollege 5 Mal täglich gen Mekka betet, wenn ich sowieso nur ein paar Minuten am Tag mit ihm spreche? Und warum sollte ich ungefragt mein Lasagnerezept herausposaunen, wenn ich sowieso niemanden zum Essen einladen will?

Lasagne für alle!

Lade Deine Nachbarn doch mal zu einer Lasagneparty ein. Jeder bringt eine Portion seiner Lieblingslasagne mit und dann wird reihum probiert. Ich verspreche Dir, das wird ein lustiger Abend! Und wenn Du Deine Nachbarn lieber nicht einladen möchtest, lade Deine Freunde ein – das zählt auch.

Übrigens: Da schon von den alten Römern das Wort „lasanum“ aus dem griechischen übernommen wurde (dort hieß es ursprünglich eigentlich Topf), gibt es von mir auch ein Lasagne-Rezept aus dem Topf.

Lasagne-Suppe

Zutaten:
1 große oder 2 kleine Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
etwas Olivenöl
500g gemischtes Hackfleisch (oder Soja für Bolognese, dann ists sogar veggie)
1 l Brühe
500g gewürfelte Tomaten
1/2 Tube Tomatenmark
Lasagneplatten (nach Geschmack – ca. 100-200 g)
1 Becher Creme Fraiche oder Schmand
Reibekäse, Salz und Pfeffer, Kräuter (z. B. Oregano) nach Belieben

Zubereitung:
Zwiebeln und Knoblauch schälen und hacken, in Olivenöl andünsten. Hackfleisch dazugeben. Dann Salz, Pfeffer, Gewürze, Tomaten und Tomatenmark dazugeben, mit Brühe aufgießen. Aufkochen lassen. Dann die Lasagne-Platten in Stücke brechen und in die Suppe geben. Weiterköcheln lassen, bis die Platten gar sind. Final abschmecken, mit geriebenem Käse und Creme Fraiche servieren.

Und jetzt ran an die Töpfe!

Rezept des Monats: Remember-Me-Cookies / Erinnere Dich – Kekse

Rosmarin ist das Kraut der Erinnerung, die Kekse kann man an Samhain essen, während man sich in schönen Gesprächen in gemütlicher Runde an seine Ahnen erinnert. Natürlich kannst Du sie auch einfach so naschen – sie schmecken herrlich!

Zutaten:
1,5 Tassen Puderzucker
1 Tasse Margarine
2,5 Tassen Mehl
1 TL Mandelaroma
1 TL Sahne
2 TL Vanille(-zucker)
1 Ei
1 Tasse Zucker
3 TL gehackter Rosmarin

Den Ofen auf ca. 150 Grad vorheizen. Zucker, Margarine, Ei, Vanille, Mandelaroma und Rosmarin in eine Schüssel geben und vermengen, Sahne dazugeben und mit dem Mehl verkneten. In kleine Plätzchen formen und ca. 5-7 Minuten backen.

Guten Appetit und gute Gespräche!

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