Rituale Archive - Stefanie Gralewski

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Von schwarzer Magie, die keine ist und einem Ritual gegen Angst

Heute ist mein wöchentlicher Blogartikel ein Appell: Lass Dir keine Angst machen!

Leider sehe ich in der letzten Zeit wieder vermehrt Postings in den sozialen Medien, in denen „spirituelle“ Berater vor der „großen Gefahr“ der Magie warnen. Sie erzählen, dass schwarze Magie etwas Furchtbares wäre, vor dem man sich hüten müsse. Sie blasen damit ins christliche Horn: Nur die eigene Ansicht von Magie ist die Richtige und alles andere Unfug oder im Zweifel gefährlich. Die Unterteilung in schwarze und weiße Magie scheint mal wieder in aller Munde.

Die Einteilung in positiv=weiß und negativ=schwarz ist jedoch völlig unzutreffend. Um zu erkennen, ob Du jemandem mit Deinem Tun (egal ob mit Ritualen, Worten oder Taten) schadest oder hilfst, kannst Du einfach Dein Herz befragen.

Die Unterteilung in schwarzer und weißer Magie rührt daher, dass man früher (und heute) Magie, die bei zunehmendem Mond durchgeführt wird (also für das, was wachsen soll) weiß nannte und Magie, die bei abnehmendem Mond durchgeführt wird (also für alles was weniger werden soll) schwarz nannte – da das, was wir Neumond nennen, genau genommen ein Schwarzmond ist. Der Neumond ist nämlich erst der Moment, in dem man bereits eine schmale Sichel sieht. Und weil in unserem Kulturkreis die Farbe schwarz als Negativ wahrgenommen, wird schwarze Magie fälschlicherweise mit Schadenszaubern gleichgesetzt.

Magie ist jedoch völlig farblos. Derjenige, der mit Magie arbeitet, gibt dem Ganzen die Färbung je nach ethischer oder moralischer Auffassung.

Möchtest Du zum Beispiel jemandem helfen, seine Ängste los zu werden, dann zünde (am Besten mit ihm zusammen) eine schwarze und eine rote Kerze (möglichst) an einem Samstag bei abnehmendem Mond an. Zur Not tuts auch ein anderer Tag. Die schwarze Kerze löst die Ängste auf, die rote Kerze muss mit dem Namen der Person beschriftet werden und macht Mut. Ja, das ist schwarze Magie. Nein, das ist nun wirklich kein Schaden, sondern wird das Leben absolut positiv verändern.

Also: lass Dich nicht ängstigen von Leuten, die nicht wissen, wovon sie reden. Die Götter sind mit uns und es gibt keinen Grund, Angst zu haben. Die Götter (und die geistige Welt) haben der Menschheit noch nie geschadet – die Menschheit schadet der Menschheit! Und da helfen auch keine Gebete und Kristalle, sondern das Kehren vor der eigenen Haustür!

„Durch die Gasse der Vorurteile muss die Wahrheit ständig Spießruten laufen.“

Indira Gandhi

Von alten Traditionen und „windigen“ Ritualen

In dieser Woche war ich – wie nahezu jeden Dienstag seit fast 10 Jahren! – wieder bei AstroTV in der Nachmittagsshow „Leichter Leben“ zu Gast. Dort habe ich zwei eigene wöchentliche Rubriken. In der einen stelle ich seit drei Jahren Beraterkolleginnen und -kollegen vor. In der anderen erzähle ich nun fast eine ganze Dekade lang schon von Göttern, Religionen, Feiertagen und alten Traditionen. Manchmal erkläre ich den ein oder anderen Aberglauben, manchmal bringe ich Rituale mit. Meine „Hexenkalender“-Rubrik ist ebenso vielfältig, wie die Mythologien der Welt selbst.

Der Wind, der Wind – das himmlische Kind…

Am Dienstag ging es um den Wind. Der Wind ist magisch. Nicht nur mir, die einfach nur glücklich ist, an der Nordsee zu stehen und den Wind um die Nase wehen zu lassen. Nein, schon seit Anbeginn der Zeit hatte der Wind etwas mystisches für die Menschen. Er war (und ist) nutzbar für den, der ihn zu nutzen weiß – aber niemals beherrschbar. Und wer schon einmal in einer kleinen Hütte am Meer oder in den Bergen saß, während der Wind an Türen, Dach und Fenstern rüttelte, der weiß, dass der Wind auch manchmal zu einem ungehaltenen Dämon werden kann, der mit höllischem Lärm über das Land fegt. Dann hat er mit einem himmlischen Kind nur wenig zu tun. Aber es gibt eben auch die andere Seite: Der sanfte Windhauch, der über die Sommerwiesen weht und wie im kindlichen Spiel ein paar Blütenblätter abzupft. Da ist es für mich absolut verständlich, wenn der Wind als lebendiges Wesen, ja als Gott gesehen wird.

Biegga Olmaj

Biegga Olmaj (oder auch Bieggaolmaj) ist der Windgott der Samen. Die Samen sind ein indigenes, ostskandinavisches Volk in Finnland, die sich auch heute noch als Kinder von Sonne und Wind sehen. Bei ihnen ist der Wind heilig, aber nicht immer gütig. Die Tatsache, dass Biegga Olmaj etliche Pflanzen und insbesondere das Getreide befruchtet, erhebt ihn über einen Naturgeist. Sehr beeindruckende Geschichten und Fotos der Samen findest Du übrigens auf diesem Blog. Er ist auf finnisch geschrieben, teilweise aber auch auf englisch und erzählt mit tollen Fotos von dem Volk der Samen. Ich war sehr beeindruckt.

Brause, Wind, brause!

Es gibt sehr viele Dinge, die man laut altem Glauben beachten musste, wenn der Wind weht. Will man zum Beispiel sehen, ob der Wind gut oder böse ist und nicht etwa eine Hexe im Wirbel ihr Unwesen treibt, muss man durch die gespreizten Beine hindurch sehen. So sagt es eine Überlieferung aus dem Mittelalter. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war man überzeugt, man könnte ebendies in Erfahrung bringen, wenn man durch den linken Mantelärmel schaut. Dabei musste man aber vorsichtig sein, denn wenn die Hexe das mitbekam, würde sie den Beobachter mitreißen.

Und jetzt das windige Ritual…

Für viel Gelächter sorgte ich im AstroTV-Studio, als ich von einem alten Seemannsbrauch erzählte, von dem meine Urgroßtante felsenfest überzeugt war. Sie stammte von der Küste und war für allerlei Abwehrzauber zu begeistern, die sie noch von ihrer Großmutter gehört hatte. Wenn der Wind gar zu arg brauste, dann könne man ihrer Erzählung nach den Sturm aufhalten, indem man den nackten Hintern in den Wind halte. Solltest Du damit erfolgreich sein, lass es mich bitte unbedingt wissen… Weniger plakativ ist es sicher, einem alten sächsischem Brauch zu folgen, und etwas Mehl in den Wind zu werfen um ihn zu beruhigen.

Von neuem Licht und beginnendem Wachstum

Eins der 8 großen Hexenfeste steht vor der Tür. So verschieden die Namen für Imbolc sind (Lichtmess, Brigid oder auch Oimelc), so verschieden sind auch die Zeitpunkte, an denen es gefeiert wird. Je nachdem welcher Tradition man folgt, feiert man in der Nacht auf den 1. Februar (so wie ich), in der Nacht zum 2. Februar oder aber zum 1. Vollmond des Jahres. Damit Du Dich gut vorbereiten kannst, gibt es schon heute einige Anregungen zu diesem Fest von mir.

Es geht um das neue Licht, das zur Wintersonnenwende geboren wurde und nun langsam in die Welt geht. Die Tage werden merklich länger, die Dunkelheit ist überwunden. Auch, wenn wir das noch gar nicht spüren, naht der Frühling. Meine Großmutter hat früher immer gesagt: „Immer dann, wenn die Nacht am Dunkelsten ist, ist das erste Licht des Morgens ganz nah.“ So viele Male in meinem Leben hat mich der Gedanke daran getröstet und zum Durchhalten motiviert. Genau dieser Satz entspricht dem Gedanken von Imbolc. Das Land mag verschneit liegen (oder einfach nur tot, ohne Schnee), doch unter der Erde keimen die Samen auf und wachsen langsam dem Licht entgegen.

Ein Ritual, um das Licht einzuladen

Um das Licht des neuen Jahres in das Haus einzuladen – und damit zu sich ins Leben zu holen – gibt es ein schönes Ritual, dass es sogar in christliches Brauchtum geschafft hat. Am 2.2. zum katholischen Fest Maria Lichtmess finden noch heute Kerzenweihen statt. Alle Kerzen für das neue Kirchenjahr werden an diesem Tag geweiht und man kann meist eine eigene Kerze an der frisch geweihten Altarkerze entzünden und diese Flamme mit nach Hause nehmen. Auch wenn Du nicht in die Kirche gehst, probiere doch einmal folgendes Ritual aus:

Lege Dir eine Kerze und Streichhölzer zurecht. Dann schalte alle Lichter in Deiner Wohnung aus. Konzentriere Dich auf die Dunkelheit. Spüre, was sie in Dir auslöst und was es bedeuten würde, in ewiger Dunkelheit leben zu müssen. Bleibe ein paar Minuten in dieser Energie. Dann entzünde die Kerze. Beobachte, wie das Licht dieser einzigen Kerze den Raum füllt. Mach Dir bewusst, dass ein einziges Licht genügt, um den Raum zu erhellen. Und auch, dass es in Deinen Händen liegt, die Kerze zu entzünden. Dann gehe von Raum zu Raum und lass das Licht Deiner Kerze in jeden Raum hineinscheinen. Wenn wir dieses Ritual machen, dann schalten wir ganz kurz alle Lampen im Raum ein, um Licht in jeden Winkel scheinen zu lassen. Die Kerze darf dann ganz in Ruhe abbrennen.

Der Segen der Göttin

In diesem neuen Licht erscheint die Göttin Brigitd als „die vom Strahlenkranz umgebene“ und löst damit die dunkle Göttin ab, die als Percht, Cerridwen oder auch Morrigane den Winter beherrschte.

Einer alten Überlieferung nach sagt man, dass die erwachte Göttin segnend über die Erde geht und mit ihrem Hauch die Natur vom Winterschlaf aufweckt. Um von diesem Segen ebenfalls etwas abzubekommen, soll man in der Nacht etwas Weißbrot von außen auf das Fensterbrett legen. Wenn die Göttin vorbeikommt, segnet sie es. Am nächsten Morgen müssen alle gemeinsam das Brot verspeisen. Bei uns ist das inzwischen ein liebgewonnener Brauch geworden und auch unsere Haustiere bekommen ein paar Krümel des gesegneten Brotes ab. Wir stellen übrigens auch immer eine weiße Kerze neben das Brot, damit die Göttin unser Haus auch findet.

In keltisch geprägten Gegenden ist es heute noch Brauch, einen Tropfen Milch als Dank an die Hausgeister auf die Türschwelle zu tropfen.

Zeit der Reinigung

Ein weiterer Aspekt von Imbolc ist das Thema Reinigung. In bäuerlichen Regionen ist es bis heute üblich, die Ställe in dieser Zeit auch rituell zu reinigen, damit das Vieh gesund bleibt und gut gedeiht.

Die Fastenzeit liegt in diesem Jahr recht spät, naht aber ebenfalls und gehört thematisch zur Reinigung und Vorbereitung auf das Frühjahr. Eine – wie auch immer gestaltete – Fastenzeit reinigt und entlastet Körper, Geist und Seele. Du könntest zum Beispiel Deine Wohnung mit Weihrauch und Salbei räuchern, um die Dunkelheit zu verabschieden und Altes und Belastendes hinter Dir zu lassen. Vielleicht startest Du auch jetzt schon in den Frühjahrsputz und befreist Dich von all dem, was Du eigentlich gar nicht mehr brauchst? Ein Bad in Meersalz reinigt Dich auch energetisch.

Du siehst, es gibt ganz verschiedene Ansätze, die aktuelle Zeitqualität zu nutzen. Was tust Du, um das Licht willkommen zu heißen?

Von Neujahrsritualen und guten Anfängen

Meine Großmutter hat mir schon als ich ein kleines Kind war eingeschärft: „Das, was Du am Neujahrstag tust, tust Du das ganze Jahr!“ Also ist es bei uns heute noch Brauch, eine Art Schnelldurchlauf des Jahres am 1. Januar zu zelebrieren. Wir treffen uns mit Freunden und Familie (oder telefonieren zumindest), verbringen Zeit mit den Kindern und auch allein mit dem Liebsten. Ich arbeite eine Stunde, wir gehen spazieren und freuen uns an der gemeinsamen Zeit. Auch das gemeinsame Essen finden wir wichtig. Aber Achtung: Einem alten Glauben nach, darf es am Neujahrstag kein Geflügel zu essen geben, weil sonst das Glück davon fliegt.

Tag der Göttin Nanshe

Der 1. Januar ist auch der Tag der babylonischen Göttin Nanshe. Diese Wassergöttin schaut dem Mythos nach am Neujahrstag auf das vergangene Jahr und beurteilt die Taten der Menschen. Und auch wir können diesen Tag ebenso wie Nanshe für eine Bilanz und Neuausrichtung nutzen. Nimm Dir etwas Zeit und überdenke das vergangene Jahr: Was hat Dich glücklich gemacht? Wofür bist Du dankbar? Notiere all das auf einen Zettel, den Du dann zu einem Schiffchen oder zu einer Schale faltest. An einem fließenden Gewässer verabschiedest Du Dich vom Vorjahr, indem Du das Schiffchen mit ein paar Blüten und etwas Honig (für die Süße und die Schönheit des kommenden Jahres) dem Wasser übergibst. Dann wende Dich ab und heiße das neue Jahr voller Freude willkommen.

Dann lass los!

Ich bin überzeugt davon, dass dieses Abwenden (Loslassen!) der Schlüssel zu einem erfüllten neuen Jahr ist. Das alte Jahr ist vorbei und nicht mehr zu ändern. Egal ob wir es als gut bewerten oder eher nicht. Jede Minute „Hätte ich mal…“ oder „Ich hätte besser nicht… “ verschwendet eine Minute der Zeit, in der ich es besser hätte machen können. Wie Du vielleicht in einem meiner vorigen Blogartikel gelesen hast, bin ich ein großer Fan von Hal Elrod und seinem „Miracle Morning“. Im Buch dazu schreibt er: „Wichtig ist, zwischen Verantwortung und Schuld zu differenzieren. Die Schuld trägt der, der Schuld hat; Verantwortung hingegen trägt der, der entschlossen ist, Dinge zum Positiven zu wenden. Am Beispiel meines Unfalls: Schuld daran war der betrunkene Pickup-Fahrer; die Verantwortung dafür, mir von diesem Unfall nicht das Leben zerstören zu lassen, hatte ich.“ Wenn wir nun also unabhängig von der Schuldfrage Verantwortung für unser Leben und vor allem unser Glück übernehmen, dann MUSS das neue Jahr ein großartiges werden!

Also: Wie beginnst Du das neue Jahr?

Von großer Dankbarkeit und allerlei Orakeln

Nun ist dieses Jahr auch fast Geschichte. In kaum einem Jahr sind meine Emotionen so sehr Achterbahn gefahren wie in diesem. Hochs und Tiefs haben sich so schnell abgewechselt, dass mir manchmal ein wenig die Puste ausging. Und doch bin ich unendlich dankbar. Dankbar für all die Unterstützung, die ich erfahren durfte. Dankbar für Lektionen, die ich lernen durfte – und hey, ich bin immer noch da!

Das Merkurjahr (in welchem wir uns ja noch bis Mitte März befinden) versprach ja schon zu Beginn im März, ein spannendes Jahr zu werden. Im Sonnenjahr 2017 ging es noch um das „Ich“ als Basis allen Tuns, während es 2018 im Venusjahr schon um das „Wir“ ging. Aus eins und eins wird zwei. Im Merkurjahr wurde und wird das Geflecht aus „Wirs“ sichtbar. Gemeinsame Ideen werden entwickelt und in die Welt gebracht. Auch bei mir haben sich Zusammenarbeiten weiter entwickelt, manchmal wieder aufgelöst und oft vertieft. Auch das gehört zu Merkur dazu: Mit wem will ich handeln, mit wem lieber nicht?

Jetzt zum Jahresende werde ich immer etwas sentimental und sehr sehr dankbar (mehr noch, als ich es sowieso täglich bin). Das Jahr ist für mich eine Art Projekt, das ich erfolgreich abschließen darf. Wie ist das für Dich?

Das Ende des Jahres ist für mich aber zugleich auch der Höhepunkt. Silvester ist mir das wichtigste aller Feste – noch vor Geburts- oder anderen Feiertagen. Deshalb gibt es bei uns auch so viele Rituale. Natürlich schauen wir in das neue Jahr hinein – teilweise mit Karten, teilweise mit Wachsgießen.

Schuhwerfen als Alternative zum Bleigießen

Gerade in größerer Gruppe oder mit älteren Kindern ist aber das Schuhwerfen besonders lustig. Man stellt sich auf Socken mit der Nase zur Wand auf – ein großer Raum oder der Hausflur sind ideal. Auf Kommando werfen nun alle ihre Schuhe über die Schulter in den Raum. Danach drehen sich alle um und deuten, wie die Schuhe gefallen sind. Zeigt zum Beispiel die Schuhspitze zur Tür, bedeutet das, dass der Werfer oft reisen wird. Stehen zwei Schuhe übereinander, deutet das wahlweise auf drohende Konflikte oder eine Liebesbeziehung zwischen beiden Besitzern hin. Eine zum Fenster zeigende Schuhspitze zeigt einen neugierigen Werfer an; während ein Schuh, der unter einem größeren Haufen Schuhe liegt, auf einen sehr müden Besitzer hinweisen soll. Schuhe die mit der Sohle nach oben liegen, zeigen gute Nachrichten an. Wird jemand von einem geworfenen Schuh getroffen, so soll das ganz besonders Glück bringen.

Besonders schön ist es, in der Silvesternacht ein großes, sauberes Konservenglas zu dekorieren und darin im Laufe des Jahres kleine Zettel zu sammeln, auf denen die großen und kleinen Glücksmomente des Jahres notiert werden. Zum nächsten Silvester kann man sich darüber freuen, wie viele tolle Dinge einem widerfahren sind.

Silvester-Motivationskerze

Und noch ein kleines Ritual möchte ich mit Dir teilen. Wenn es Dir schwer fällt, Dich an Deine Vorsätze zu halten, dann lade Dir eine Motivationskerze auf. In der Silvesternacht soll diese möglichst große Stumpenkerze mit der Jahreszahl beschriftet werden und von außen auf dem Fensterbrett stehen. Dort lädt sie sich mit der wunderbaren Energie des Neuanfangs auf. Wenn Du nun im Laufe des Jahres merkst, dass Du Dich von Deinen Vorsätzen entfernst, zünde die Kerze für eine Stunde an und erinnere Dich daran, warum Du den Vorsatz gefasst hast und weshalb es Dein Leben verbessern würde, Dich daran zu halten.

Nun wünsche ich Dir mit meinem absoluten Lieblingsgedicht von ganzem Herzen einen tollen Start in ein neues Jahr voller großer und kleiner Wunder!

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Herrmann Hesse

Von Monaten, Monden und dem richtigen Zeitpunkt

Der Jahreskreis

„Jegliches hat seine Zeit,
Steine sammeln, Steine zerstreu’n,
Bäume pflanzen, Bäume abhau’n,
Leben und sterben und Frieden und Streit.“

Puhdys „Wenn ein Mensch lebt“

Auch energetisch gesehen, ist es wie in diesen Liedzeilen, die einige von Euch vielleicht kennen. Alles hat seine Zeit. Die Jahreszeiten, Monate, Monde, Wochen, Tage bis hin zu den einzelnen Stunden haben ganz unterschiedlich gelagerte Energien und Qualitäten, die wir für uns nutzen können.

Schon der Psychologe Carl Gustav Jung, der Pionier der psychologischen Astrologie, vertrat die Ansicht, dass es bestimmte Zeitqualitäten gibt, die man anhand astrologischer Berechnung ablesen könne. Er betonte dabei, dass die Planeten diese Zeitqualität nicht beeinflussen oder gar schaffen würden, sondern lediglich anzeigen würden – wie eine Uhr die Zeit nicht schafft, sondern nur anzeigt.

Wenn man nun davon ausgeht, dass jeder Moment eine spezielle Energie hat, dann bedeutet das auch, dass es für bestimmte Vorhaben passende und weniger passende Zeiten gibt. In der Magie wird genau das angenommen.
Die verschiedenen Götterfeste, Mondstände, Planetenläufe zeigen uns die richtigen Momente für weltliche Themen wie Umzüge, Gehaltsverhandlungen, Bewerbungsgespräche und Dates. Aber sie zeigen auch die passende Zeit für Liebeszauber, Geldkerzen und Meditationen.

So ist es zum Beispiel sinnvoll, sich den richtigen Moment für ein Gespräch mit dem Chef über die lange ersehnte Gehaltserhöhung herauszusuchen und nicht etwa einen Moment, der energetisch eher einer erhöhten Sparsamkeit entspricht.

Dabei gilt: Je genauer der Moment passt, umso stärker die jeweilige Energie. Natürlich genügt in Ausnahmefällen der passende Tagesregent, allerdings sollte doch zumindest auch der Mondstand berücksichtigt werden. Am Anfang mag Dir das vielleicht umständlich oder gar kompliziert erscheinen aber wenn Du Dich darauf einlässt, verspreche ich Dir eine Bereicherung Deines Alltags!

Die Monate

Die Monatsenergien ergeben einen Lauf durch den Jahreskreis und beziehen sich immer auf die Mondphasen. So wirkt die jeweilige Energie immer von Neumond zu Neumond mit der Kraft des jeweils eingeschlossenen Vollmondes.

Januar – Wolfsmond
Mit dem ersten Vollmond im Jahr werden die Tage zwar schon wieder spürbar länger, aber noch herrscht – meist eisige – Kälte. Immer noch regeneriert sich die Natur im Verborgenen, doch wissen wir, dass unter der Erde schon neues Leben beginnt. Jetzt ist die richtige Zeit für Planungen, Visionen und Vorbereitungen.

Februar – Sturmmond
Und endlich sind sie da: Die ersten Vorboten des nahenden Frühlings zeigen sich. Haselnuss, Weidenkätzchen und vereinzelte Schneeglöckchen lassen die nahende Fülle erahnen. Die neue, frische Kraft wird langsam sichtbar und energetisch fühlbar.

März – Saatmond
Die Natur erwacht nun endgültig, was man auch deutlich sehen und mit allen Sinnen erleben kann. Es ist dennoch eine Zeit des Kampfes, denn der Winter will seine Herrschaft scheinbar nicht hergeben. Trotzdem siegt das Licht über die Dunkelheit, denn die Tage werden nun wieder länger.

April – Frühlingsmond
Die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite: Überall blüht und grünt es, es ist die Zeit der größten Fruchtbarkeit. Trotzdem wollen Pflanzen gehegt, Felder beackert werden und auch unsere Pläne und Vorhaben brauchen Pflege, damit sie nicht „ins Kraut schießen“.

Mai – Liebesmond
Blüten an Sträuchern und Bäumen verblühen, der Grundstein für die Erneuerung des Lebens ist damit gelegt. Es beginnt die Zeit der Liebe und Harmonie. Die Natur ist scheinbar in absoluter Balance: Die Kälte des Winters ist vorbei (auch nachts) und die Hitze des Sommers ist noch nicht angekommen.

Juni – Honigmond
Die Natur geht ihrem Höhepunkt entgegen, die Bienenstöcke sind mit süßem Honig gefüllt. Die Tage sind nun am längsten im Jahr. Wir Menschen streben nach Freiheit und Zeit unter freiem Himmel. Energetisch geht es um Expansion, Ausdehnung und Fülle.

Juli – Kräutermond
Der Höhepunkt des Jahres ist zwar bereits vergangen, doch erleben wir jetzt die größte Fülle. Überall finden wir Früchte, Getreide und Gemüse, gleichbedeutend mit Zufriedenheit und Wohlstand. Auch energetisch können wir noch aus dem Vollen schöpfen.

August – Getreidemond
Es ist Erntezeit. Das Alte ist verbraucht und es wird Zeit für die neue Ernte. Die Lager füllen sich. Es ist der Monat des Sammelns und Erntens. Aber auch der Planung: Denn im geernteten Korn und der toten Pflanze lebt bereits das Versprechen auf die Fülle im nächsten Jahr.

September – Erntemond
Was im August begann, wird fortgesetzt. Vorräte werden angelegt. Auch energetisch können wir uns jetzt einen Vorrat für die kommende „dunkle Zeit“ zulegen, aus dem wir dann später schöpfen können.

Oktober – Jagdmond
Es beginnt die Vorbereitung für die dunkle Jahreszeit. Es wird gejagt, die Vorräte werden geprüft und gegebenenfalls ergänzt. Es ist die Zeit der Übergänge und mit den Herbststürmen beginnt auch die Herrschaft des Winters.

November – Schneemond Die Ruhephase der Natur beginnt, alles zieht sich in den Schoß der Erde zurück, wo es sich regenerieren und Kraft für das nächste Jahr schöpfen kann. Es ist außerdem die Zeit der Bilanz: Was ist gewachsen? Was ist verloren gegangen? Was ist für eine bessere Ernte im nächsten Jahr nötig?

Dezember – Eichenmond
Es ist die dunkelste Zeit des Jahres, gleichzeitig aber nimmt das Licht wieder zu, die Tage werden kaum merklich länger. Es ist die Zeit der Hoffnung und Wiedergeburt.

Der Mond

Der Mond und seine Veränderungen dürfte zu den ältesten Wissenschaften der Welt gehören. Zwar weiß niemand so genau, wann die ersten Menschen bewusst in den Himmel geschaut und sich Gedanken über die Mondwanderungen gemacht haben, allerdings ist bekannt, dass es schon vor ca. 100.000 Jahren die ersten Astronomen gab, denen die wechselhaften Phasen des Mondes aufgefallen sind. Den Steinzeit-Menschen blieb dann wohl auch nicht lange verborgen, dass die Zeitspanne von Vollmond zu Vollmond – also ca. 29 Tage – erstaunlich gut mit der Dauer des weiblichen Zyklus übereinstimmt. Auf mehr als 30.000 Jahre alten Höhlenzeichnungen sind Frauen als Fruchtbarkeitsgöttinnen gemeinsam mit dem Mond erkennbar. Man ging ebenso davon aus, dass der zu- bzw. abnehmende Mond die Energien auf der Erde verändert.

Vollmond
Der volle Mond eignet sich für alle Arten von Ritualen. Er hat besonders viel Energie. Der Vollmond ist der Höhepunkt der möglichen Energie. Mehr geht nicht. Die Vollmondenergie beginnt ca. 24 Stunden vor dem eigentlichen Vollmondzeitpunkt und endet ca. 24 Stunden danach.

Abnehmender Mond
Bei abnehmendem Mond nimmt auch die Energie ab – es sollten also Rituale gewirkt werden, bei denen etwas weniger werden soll.

Neumond
Es war lange Zeit verpönt, den Neumond für Rituale zu verwenden, weil man glaubte dass auch der Mensch pausieren sollte, wenn der Mond sich eine Pause gönnt. Allerdings eignet sich diese Zeit sehr gut für Neuanfänge aller Art und die innere Einkehr.

Zunehmender Mond
Der zunehmende Mond eignet sich für Rituale, bei denen etwas mehr werden oder wachsen soll.

Die Tagesregenten

Jedem Tag ist ein Planetenherrscher zugeordnet, der die Tagesqualität definiert. Dieser sollte mindestens berücksichtigt werden, wenn man ein Ritual oder ähnliches durchführen möchte. Zudem kann es hilfreich sein, auch für wichtige Projekte und Termine den richtigen Start- oder Zeitpunkt zu suchen, um eben die jeweiligen Energien und deren Potenziale auszuschöpfen.

Zwar gibt es verschiedene Theorien, dass ein “Hexentag” mit dem Sonnenuntergang des vorangegangenen Tages beginnen würde, doch geht diese Sichtweise eher auf die jüdischen (und später christlichen) Traditionen der Sabbate zurück, die bereits ab Sonnenuntergang des Vortages gefeiert werden – z. B. das Weihnachtsfest mit dem Heiligen Abend zuvor.

Montag – Der Mond
Der Planetenherrscher am Montag ist – wie man am Namen schon hören kann – der Mond. Der Mond steht für Weiblichkeit, Intuition und Spiritualität. Daher ist der Mondtag ganz besonders für Termine geeignet, in denen Dein Bauchgefühl eine wichtige Rolle spielt. Dies birgt natürlich auch die Gefahr, sehr sensibel und weich zu wirken und zu agieren. Daher ist der Montag für Verhandlungen und Konflikte aller Art nicht gut geeignet.

Dienstag – Der Mars
Im französischen Wort für Dienstag “mardi” hört man die Herkunft noch: Dienstag ist Mars-Tag. Der Mars steht für energische Energien, Mut und Tatkraft. Er ist der perfekte Tag für Gespräche, bei denen man mal auf den sprichwörtlichen Tisch hauen muss. Auch Termine, für die man Mut aufbringen muss, sind am Dienstag perfekt gelegt. Verhandlungstermine bei denen Geschick gefragt ist oder Projekte bei denen Du Dich etwas zurücknehmen solltest, sind an einem anderen Tag besser aufgehoben.

Mittwoch – Der Merkur
Merkur steht für Kommunikation und Verhandlungen. All das, wo es um Kompromisse geht, darf gern auf den Mittwoch gelegt werden. Der negative Aspekt besteht darin, dass man eventuell zu schnell nachgibt oder sich zu leicht auf Zugeständnisse und Vergleiche einlässt.

Donnerstag – Der Jupiter
Im deutschen Wort Donnerstag wird dem nordischen Gott Donar (Thor) gedacht, der Herrscher des Tages ist jedoch Jupiter – wie man im französischen “jeudi” noch hören kann. Jupiter ist der Glücksplanet, er stärkt finanzielle und berufliche Situationen, ist aber generell der “Erfüller”. Die Schwäche dieses Tages liegt in der unreflektierten Freigiebigkeit und der Gefahr, an diesem Tag etwas ausgenutzt zu werden.

Freitag – Die Venus
Venus, die Göttin und der Planet der Liebe! Alles, was mit Liebe, Zuneigung und Harmonie zu tun hat, sollte an einem Freitag geschehen – so z. B. erste Dates, Hochzeiten, Verlobungen etc. Der Freitag ist der romantischste aller Tage. Allerdings läuft man Gefahr, vieles durch die sprichwörtliche rosarote Brille zu sehen.

Samstag – Der Saturn
Zwar ist die Angst vor dem Saturn als Spielverderber-Planet unbegründet, doch ist die Energie des ständigen Hinterfragens nicht zu unterschätzen. Dinge, die zu Ende gehen sollen, sollten an einem Samstag erledigt oder zumindest begonnen werden. Daher sollten Ehen möglichst nicht an diesem Tag geschlossen werden.

Sonntag – Die Sonne Der letzte Tag der Woche steht dann unter der Herrschaft der Sonne. Diese steht zum einen für männliche und kraftvolle Energien, zum anderen aber auch für Vitalität und Strahlkraft. Allerdings kann ein zu helles Licht leicht auch andere Dinge überstrahlen – zum Vor- aber auch zum Nachteil.

Nun gibt es zusätzlich noch die Stundenregenten, die je nach Wochentag und Uhrzeit verschieden sind. Jedoch führt das hier zu weit und erschwert denen, die gerade erste Schritte im Bereich der Rituale gehen, zusätzlich den Einstieg. Bei Bedarf sind entsprechende Tabellen auf Anfrage kostenfrei bei mir via Email zu bekommen.

Ich selbst beachte die oben genannten Energien für meine Jahres-, Monats- und Wochenplanung. Probiert das doch mal aus und verratet mir, wie Ihr das umsetzen könntet.

Von Regenbögen, Gebeten und Gottes Telefonnummer

In meinem Hexenkalender oder auch in meinen TV-Sendungen spreche ich sehr oft davon, dass bestimmte Götter oder Naturgeister „angerufen“ werden können. Offenbar führt dies regelmäßig zu Verwirrungen. Viele fragen sich, was das genau bedeutet. Außerdem bekam und bekomme ich noch immer viele Anfragen dazu, wie man die Götter denn nun genau ansprechen müsse und ob man etwas falsch machen könne. Manchmal werde ich auch gefragt, ob man denn beten muss. Ich möchte diesen Blogartikel nutzen, um meine Sicht der Dinge mit Dir zu teilen.

Anrufung ist gleich Gebet. Oder doch nicht?

Zunächst ist eine Anrufung nicht anderes als ein Gebet. Man kann beide Worte synonym verwenden. Laut dem Internet-Lexikon Wikipedia bezeichnet das Wort Gebet „eine zentrale Glaubenspraxis vieler Religionen. Es ist eine verbale oder nonverbale rituelle Zuwendung an ein transzendentes Wesen.“ Das bedeutet: sobald wir uns an einen Gott oder eine Göttin wenden, ist es ein Gebet. Dabei ist es unerheblich, ob wir sprechen, singen, tanzen, eine Kerze entzünden oder uns in Gedanken an das Göttliche wenden.

Wenn ich von einem Gebet spreche, denken die meisten allerdings nur an einen vorgegebenen, vorformulierten Gebetstext wie z. B. das Vaterunser aus den christlichen Kirchen.
Daher nutze ich manchmal das Wort Anrufung um eben zu verdeutlichen, dass ein Unterschied besteht zwischen einem fertigen Gebetstext, den man „herunterbetet“, weil es eben zu einer bestimmten Routine gehört; und eben einer Anrufung, die mehr oder weniger frei formuliert wird, um seine Gedanken, Wünsche und Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Selbstverständlich kann man auch ganz intensiv einen vorformulierten Text beten und mit vollem Herzblut dabei sein – keine Frage.

Man muss richtig beten, sonst wird man nicht gehört, oder?

Doch was ist richtig und was ist falsch? Ich hörte in den letzten Jahren immer wieder davon, dass man „richtig“ zu den Engeln beten müsse, sonst würden sie die Gebete nicht „akzeptieren“. Das stimmt jedoch nicht. Niemals gibt es eine Einschränkung in der Art des Gebets, sofern das Gebet aus dem Herzen kommt (das halte ich übrigens für elementar und als einzige Bedingung an ein Gebet). Denn ganz ehrlich: Wenn die Götter uns kennen (und davon gehe ich aus), sie uns die Sprache gebracht und uns eventuell sogar geschaffen haben – warum sollten sie dann nicht verstehen, dass sich all unsere Emotionen in unseren Gebeten widerspiegeln? In einem Gebet darf man weinen, lachen, jammern, flehen, schimpfen, bitten und auch verhandeln.

„Beten ist das Atemholen der Seele“

John Henry Newman

Nein, natürlich muss man nicht beten. Aber man kann. Und zwar immer dann, wenn man möchte. In jeder Situation des Lebens. Ich hörte auch von Menschen, die unter der Dusche oder sogar auf der Toilette beten. Wenn Dir das zu sagt, warum nicht? Für mich passt das nicht, aber hier darfst Du Dich frei fühlen. Natürlich darfst Du auch auf vorgefertigte, vielleicht schon seit vielen Jahrhunderten überlieferte Gebete zurückgreifen. Auch das hat eine ganz besondere Energie. Gerade dann, wenn sie Dich im Alltag immer wieder an das Göttliche erinnern.

Wenn zum Beispiel jüdische Menschen einen Regenbogen sehen, dann sprechen sie: „Gepriesen seist Du, Ewiger, unser Gott; Du regierst die Welt. Du erinnerst Dich an Deinen Bund und bleibst ihm treu. Du stehst zu Deinem Wort.“

Viele Christen finden Trost in Psalm 23 der Bibel und das Rezitieren gibt ihnen Kraft: “ Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Im Islam ist das Witr-Gebet eines der wichtigsten und wird üblicherweise als letztes Gebet des Tages gesprochen: „O Allah, leite mich mit denen, die Du geleitet hast und heile mich mit denen, die Du geheilt hast, und beschütze mich wie die die Du beschützt hast, und segne das, was Du mir gegeben hast, und bewahre mich vor dem Schlechten, das Du beschlossen hast, denn nur Du bestimmst und niemand bestimmt über Dich. Wahrlich, niemand kann gedemütigt werden, wenn Du ihn beschützt. Und niemand kann die Oberhand gewinnen, dessen Feind Du bist. Gesegnet bist Du, unser Herr, und erhaben. Und Allah segne den Propheten Muhammad.“

Übrigens: Einige Christen kennen sogar die Telefonnummer von Gott: 5015 lautet sie. Das habe ich irgendwo mal in einem Kindergottesdienst gehört und finde das ganz schön. Diese „Telefonnummer“ bezieht sich auf Psalm 50 Vers 15: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.“

Manchmal geht es nicht ohne.

Für Rituale sind Anrufungen ein grundlegender Baustein. Wenn nicht sogar der wichtigste Bestandteil überhaupt. Alles andere wie Kerzen, Räucherwerk, Deko etc. kann man austauschen oder teilweise sogar ganz weglassen – aber das Gebet nicht. Zu leicht vergessen wir, dass Worte eine ganz eigene und mächtige Energie in sich tragen. Nicht nur die Bedeutung selbst, sondern auch die Betonung, Stimme, Tempo, Lautstärke – das alles ist Energie, die in unsere Bitte oder unseren Wunsch fließt und damit zur Erfüllung beiträgt.

Vielleicht fällt es Dir zu Anfang schwer, die richtigen Worte zu finden. Ich fand früher fertige Gebetstexte oft hilfreich, weil ich nicht wusste wie ich mich nun respektvoll einer göttlichen Energie nähern kann. Aus Großbritannien kommt der (meiner Meinung nach schreckliche) Trend, Anrufungen und Gebete im Reim zu formulieren. Angeblich wäre dann die Energie stärker. Der Hinweis dazu findet sich sogar in der doch recht bekannten Wiccan Rede. Diese Meinung teile ich nicht. Es kann jedoch durchaus dabei helfen, sich das Gebet leichter zu merken und dann aus dem Kopf immer wieder frei sprechen zu können. Kurze Reime können dann wie ein Mantra gesprochen werden und führen natürlich auch zum Erfolg. Trau Dich, ein wenig rumzuprobieren, was für Dich am besten passt.

Eine Anleitung für Deine Anrufung

Vielleicht möchtest Du ausprobieren, ein Gebet frei zu formulieren? Dann lass Dein Herz sprechen. Vielleicht hilft Dir aber auch folgendes Grundgerüst:

  1. Überlege Dir, an wen Du Dich wenden möchtest und warum. Also an einen bestimmten Gott, eine bestimmte Göttin, einen Engel oder Naturgeist oder an die göttliche Energie ganz allgemein. (Ein Beispiel: zur aktuellen Erntezeit möchte ich die Göttin Demeter anrufen, damit mein neuestes Projekt erfolgreich wird.)
  2. Atme tief durch. Nimm Dir Zeit. Wenn jemand etwas wichtiges mit Dir zu besprechen hat, möchtest Du ja auch nicht, dass er es Dir zwischen Einkaufstüten und Briefkasten zuruft.
  3. Finde eine Ansprache. Verwende den Namen des angesprochenen Wesens. Wenn Du magst, kannst Du auch besondere Attribute hinzufügen. (In meinem Beispiel: Große Göttin Demeter; Göttin der Ernte, die die Fülle über die Menschen ausschüttet; Göttin der Fruchtbarkeit, die alle wachsen und gedeihen lässt.)
  4. Nenne Deinen Namen. Manche nennen die Namen der Eltern dazu. Das war in alten Zeiten üblich, fast schon unabdingbar. Ich selbst mache das aber nicht, sondern sehe mich selbst als Tochter der Götter.(In meinem Fall nun: Hier spricht Stefanie. Ich grüße Dich.)
  5. Worum geht es Dir? Hast Du Kummer oder einen Wunsch? Hier kannst Du nun Dein Anliegen formulieren. Ausführlich oder eher knapp – wie auch immer Du magst. (In meinem Beispiel: Demeter, ich habe ein Projekt begonnen und ich bitte Dich um Deinen Segen dafür. Ich bitte Dich, dass ich alle Hindernisse auf dem Weg zum Abschluss überwinden kann, dass das Projekt dem Wohle aller dienen mag und dass ich eine gute Ernte Heim bringen kann.)
  6. Optional kannst du ein Opfer anbieten. Du kannst zum Beispiel anbieten, etwas zu spenden oder etwas zu tun, wenn Dein Wunsch erfüllt wird. Aber bitte: Das soll kein Kuhhandel werden! Biete etwas an, was dem Wunsch angemessen ist. Du wirst spüren, ob dieses Opfer akzeptiert wird. Auch eine Räucherung oder eine Kerze in einer Kapelle kann ein Opfer sein. (In meinem Beispiel: Ich habe eine ganz besondere Räucherung aus meinem Urlaub in Deiner griechischen Heimat mitgebracht. Ich bitte Dich, dieses Geschenk als Opfergabe anzunehmen.)
  7. Bedanke Dich. (In meinem Beispiel: Ich danke Dir Demeter, dass Du mich hörst. Danke, dass Du mich in meinem Leben schon so reich beschenkt hast. Hab Dank, dass ich mich immer an Dich wenden darf.)

Und sonst so?

Kurz noch ein paar Worte zum Drumherum: Klar, bist Du in einem Ritual, gibt dieses den Rahmen für das Gebet. Gehörst Du einer bestimmten Religion an, dann gibt diese oftmals Zeit oder auch die Gebetshaltung vor. Gehörst Du keiner speziellen Religion an und bist gänzlich frei in Deinem Tun, kann es passieren, dass Du viel seltener betest, als Du eigentlich möchtest. Daher habe ich das Gebet in meine Morgenroutine übernommen. Wenn ich mal keine Zeit für Rituale habe, haben die Götter dennoch einen festen Platz in meinem Leben. Du kannst zum Beispiel direkt nach dem Aufstehen ein paar Minuten für die Götter reservieren oder auch abends vor dem Zubettgehen. Mit solchen Verknüpfungen ist es leichter, Gebete im Alltag zu integrieren.

In manchen Religionen ist es üblich, zum Gebet auf die Knie zu gehen oder sich flach auf den Boden zu legen, um Demut zu zeigen. Vor allen in vorchristlichen oder neuheidnischen Religionen ist das jedoch nicht der Fall. Hier wird davon ausgegangen, dass man den Göttern mutig und dennoch respektvoll entgegentreten darf. Nur wenige Götter in polytheistischen (- viele Götter, im Gegensatz dazu monotheistisch – ein Gott) Religionen verlangen Unterwerfung.

Auch die Kleidung ist in einigen Religionen vorgegeben. Manchmal gibt es spezielle Kopfbedeckungen oder Kleider. In einigen Hexengruppen werden Rituale skyclad (im Himmelskleid – nackt) zelebriert.

Letztlich geht es auch bei der Frage zum Gebet immer auch darum, welcher Gruppe Du Dich zugehörig fühlst. Gehörst Du keiner an, darfst Du Deinen eigenen Rahmen stecken. Ich bin sicher, dass Deine Anrufungen – so sie aus dem Herzen kommen – genauso wirkungsvoll sind, wie jahrhundertealte Gebetstexte.

Mich interessiert nun, wie Du betest? Betest Du überhaupt? Zu wem spricht Du dann? Hast Du eine feste Zeit? Verrate es mir gern in den Kommentaren. Ich freue mich darauf, von Dir zu hören!

Last-minute Imbolc-Ritual

Um den 1. Februar herum feiern die Hexen das Imbolc-Fest. Die schlafende Natur wird von der Göttin geweckt und das Leben kehrt – zunächst noch bis Ostern verborgen im Bauch von Mutter Erde – zurück. Es ist die Zeit der großen Reinigung, des neuen Lichtes und der Freude.

Ich habe in der vergangenen Nacht gefeiert und freue mich heute an der neuen Energie. Hast Du auch schon ein Ritual durchgeführt? Wenn nicht, habe ich hier ein **Last-Minute-Imbolc-Ritual** für Dich. Die Zutaten dazu hast Du bestimmt zu Hause.

Du benötigst: Ein Glas, Salz, ein weißes Teelicht, Lorbeerblätter und eine Kräuter- oder Räuchermischung zum Thema Reinigung. Fehlt Dir diese Räuchermischung? Kein Problem. Du kannst es mit getrocknetem oder frischen Rosmarin und Lavendel aus Deiner Küche ersetzen.

Das Salz kommt zuerst ins Glas, dann die Kräuter darauf und oben drauf die Teekerze. Dann entzündest Du die Kerze und gehst mit dem Glas durch alle Räume. Lass das Licht des Neuanfangs allen alten Kummer vertreiben und Deine Seele erleuchten.

Pimp my Kerzenzauber

Die Grundlagen eines Kerzenzaubers habe ich Dir in einem der vorangegangenen Artikel bereits erklärt. Heute wollen wir das ganze etwas pimpen – also aufwerten. Je mehr Energie und Mühe Du in einen Kerzenzauber hinein gibst, umso sicherer führt das zum gewünschten Ergebnis.

Zuerst kümmern wir uns um den Mondstand.
Neumond oder auch Schwarzmond genannt, ist die Zeit des Innehaltens. Zauber, die Ruhe oder eine Pause bezwecken sind jetzt genau richtig. Auch wenn es um Neuanfänge geht, solltest Du jetzt tätig werden.

Bei zunehmendem Mond eignen sich Kerzenzauber, durch die etwas wachsen soll… z. B. Geld oder Liebe etc. besser.

Der Vollmond schenkt uns (je nach Monat) eine Extra-Portion Wunschkraft.

Bei abnehmenden Mond nimmt auch Materie ab. Ein Kerzenzauber für Gewichtsverlust etc. ist also passend.

Den aktuellen Mondstand findest Du u. a. hier: Mondkalender

Nun bestimmen wir den passenden Wochentag.

  • Montag steht für Weiblichkeit, Intuition und Kreativität.
  • Dienstag steht für Konflikte, Streitigkeiten und Kampf.
  • Mittwoch steht für Kommunikation und Klärung.
  • Donnerstag steht für Beruf und Finanzen.
  • Freitag steht für Liebe und Partnerschaft.
  • Samstag steht für Trennung und alles, was zu Ende gehen soll.
  • Sonntag steht für Männlichkeit und Vitalität.

Man kann nun auch noch die passende Uhrzeit berechnen, passende Öle und Kräuter auswählen und vieles mehr… Aber davon erzähle ich Euch ein anderes Mal.

Kerzenzauber – eine Grundanleitung

Weißt Du eigentlich, was man mit Kerzen alles anstellen kann?

Mal abgesehen von dem schönen Licht, kann man auch Kerzenzauber durchführen und sich damit den ein oder anderen Wunsch erfüllen.

Du brauchst dazu zuallererst einmal einen Wunsch. Manche scheiden hier schon aus, weil sie sich nicht entscheiden können. Hast Du Dich entschieden, suche Dir eine Kerze, deren Farbe zum Thema Deines Wunsches passt.

Stelle die Kerze fest in einen Kerzenhalter und zünde sie an. Während die Kerze abbrennt, kannst Du nun Deinen Wunsch ins Universum, zur göttlichen Quelle oder zu den Göttern schicken – wie auch immer Dein Empfänger lauten mag. Wichtig: Der Wunsch muss gut formuliert sein, denn er wird GENAUSO erfüllt… also positiv, prägnant und präzise formulieren!

Am besten lässt Du die Kerze im Ganzen abbrennen. Wenn das nicht möglich ist, lösche die Kerze mit einem Kerzenlöscher oder einem Teelöffel. Einer alten Überlieferung nach darf man Wunschkerzen niemals auspusten. Denn unsere Vorfahren und alle guten Geister versammeln sich um die Kerze herum und würde man in die Flamme pusten, würden sie in alle Winde verstreut und die Wunschkraft dahin.

Ihr könnt die Kerzen für den gleichen Zweck wiederverwenden – z. B. für neue Rechnungen. Aber nicht für neue Männer 😉

Hier noch die Zuordnungen der Kerzenfarben:

  • Rot – Liebe, Attraktivität, sexuelle Anziehung, Vitalität und Kreativität
  • Orange – Fruchtbarkeit, Ausdauer, Durchsetzungsvermögen, Selbstvertrauen, Angst abbauen
  • Gelb – Freunde finden, Dank, Anziehung einer Person, Harmonie, Glück und Erfolg
  • Grün – Geld, Erfolg, Glück, Beruf
  • Blau – Gesundheit, Heilung
  • Rosa – Leidenschaft, Liebe, Treue, Schwung, Freundschaft und Romantik
  • Lila – Spiritualität
  • Braun – Verinnerlichung, Beruhigung, und Wohlbefinden
  • Weiß – Altarkerze, Reinigung, Schutz, Bitten, Frieden, Harmonie
  • Schwarz – Abwehr, Schutz und Trennung
  • Reversible – Abwehr und Umkehrung
  • Silber oder Grau – Intuition, Traumdeutung, Träume, Gerichts Angelegenheiten, Streitigkeiten und Hoffnung

Viel Spaß beim Ausprobieren.

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