Weimar im April 2014 - Stefanie Gralewski

Weimar im April 2014

Willkommen im Steffiversum…

… mal wieder ist mir etwas passiert, was sonst wohl keinem so passiert.

Abgesehen davon, dass die Anreise nach Weimar zwar nicht sonderlich weit, dafür von der Deutschen Bahn aber besonders lustig gestaltet wurde (toll, wenn man in wenigen Minuten zwar nicht den Bahnsteig, sondern nur das Gleis wechseln muss – dafür dann aber von einem Ende des Bahnsteiges bis ans andere Ende hasten muss, um den richtigen Wagen zu erwischen… übrigens ein Thema was mir regelmäßig begegnet, mich aber deshalb nicht weniger ärgert) – abgesehen davon, war die Fahrt kurz und nett. Ein netter Taxifahrer spielte gleich noch Touristeninformation und gab tolle Tipps für die abendliche Restaurantsuche. Außerdem ist Weimar ein hübsches Städtchen und es macht wirklich Freude bei tollem Frühlingswetter herum zu fahren.

Im Hotel angekommen wurde ich an der Rezeption freundlich begrüßt. Ja gut – das erwarte ich bei einem 4 Sterne Superior Hotel auch. Nachdem ich endlich das mir zugewiesene Zimmer gefunden hatte (nach gefühlten 25 km Flurlabyrinth) und die Tür öffnete, folgte eine Überraschung.

Zur kurzen Erklärung: ich buche immer große Hotelzimmer oder Suiten, weil ich meist beruflich unterwegs bin und auf dem Zimmer Klienten für Coachings empfange. Erfahrungsgemäß kann es schnell unprofessionell wirken, wenn man sich auf dem Bett gegenübersitzen muss…

Dieses Zimmer jedoch war ein normales Doppelzimmer – nett eingerichtet, sicherlich. Aber viel zu klein und vor allem ohne Tisch und Stühle …

Irritiert rief ich also meine Assistentin an und fragte nach, was für ein Zimmer wir gebucht hatten – schickte ihr rasch ein Foto und erhielt die Bestätigung: So war das aber nicht geplant.

Nachdem auf dem Zimmertelefon weder eine Direktwahl zur Rezeption eingerichtet bzw. markiert war und auch kein Buch mit Hotelinfos zu finden war – machte ich mich also auf den langen Weg zurück in die Lobby. Dort teilte man mir folgendes mit (sollte dies übrigens jemand nachvollziehen können, so bitte ich um eine Nachricht – offensichtlich fehlt mir zum Verständnis wohl der dazugehörige Verstand): Ich sei zu früh angereist ( 14 Uhr – laut Buchungsbestätigung könne man ab 13 Uhr anreisen) und daher hätte man mich statt ins geplante Zimmer, in ein anderes verlegen müssen. Dieses eigentlich geplante Zimmer wäre bereits fertig gewesen – aber weil ich ja früher angereist bin, eben doch noch nicht. Darum wäre das Alternativzimmer nun nicht fertig. (Kommt Ihr gedanklich noch mit? Ich nicht, ich schau mir derweil die Blumen draußen an ^^) Man würde mir aber jemanden hochschicken, der einen Tisch bringt.

Ich eilte nun also wieder hoch aufs Zimmer, setzte mich aufs Bett (nach etwa 75 km Flurweg muss man sich mal ausruhen) um mit meiner Assistentin zu telefonieren. Währenddessen klopfte es einmal ganz kurz und eine ältere, recht forsche Frau mit lila Hosenanzug öffnete die Tür und stand ebenso schnell mitten im Zimmer (gut, keine Kunst, das Zimmer war ja nicht sooo groß). Ich fühlte mich kurz in die Teenagerzeit zurückversetzt, als mein Vater quasi schon mit dem Klopfen im Zimmer stand, wenn ich Jungsbesuch hatte.

Die Dame ließ sich von mir nun noch einmal das Problem schildern, sagte, sie würde sich kümmern und verschwand wieder. Ich hatte meine Assistentin ja immer noch am Telefon, die sich nun das Lachen ob der merkwürdigen Situation kaum verkneifen konnte. Ich telefonierte nun weiter mit ihr und mit einem Male stand die Dame (die beim Herausgehen beiläufig erwähnte, dass sie die Hausdame wäre – interessantes Detail) wieder im Zimmer – auf das Klopfen hatte sie nun gleich ganz verzichtet. Sie legte mir eine Tischdecke auf den Schrank und kündigte mir den Besuch der Haustechniker an, die Tisch und Stühle bringen würden – und für den nötigen Platz sorgen würden. Dann ging sie mit den Worten „Dann muss man eben ein größeres Zimmer buchen!“

Nachdem zwei sehr nette Haustechniker zum Möbelrücken kamen (die haben sogar angeklopft… ahnt man ja in diesem Hotel nicht ^^) und sogar einen Tisch mit zwei Stühlen brachten, war dann ca. 10 Minuten vor dem ersten Meeting auch das Zimmer fertig.

Der Rest der Reise war dann überraschenderweise ganz ruhig. Und Weimar mit Sicherheit eine Reise wert!

Stefanie Gralewski

Ich bin Stefanie Gralewski und das hier ist mein Blog. Es ist kein Anleitungsblog, nicht gefüllt mit Weisheiten oder weltbewegenden Themen. Ich teile hier meine Gedanken, Ansichten und Ideen mit dem, der es lesen möchte. Mein Alltag ist zuweilen anstrengend, magisch, nachdenklich, lustig – aber immer voller Neugier auf das Leben.

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