Juli 15

Religionen der Welt – Teil 2 – Das Keltentum

Von den antiken Kelten, ihren Mythen und Traditionen sind (wie so oft) praktisch keine direkten schriftlichen Quellen überliefert. Die Weitergabe der Traditionen und Rituale erfolgte in vorchristlicher Zeit nahezu ausschließlich mündlich. Berichte antiker römischer und griechischer Autoren und auch die erst sehr viel später von christlichen Mönchen notierten „Beobachtungen“ sind kaum geeignet, um das Religionsverständnis der Kelten zu begreifen – sie waren einfach nicht objektiv, sondern immer darauf ausgelegt, die Kelten als barbarisch, unterentwickelt und irgendwie auch etwas dümmlich darzustellen.

Aus dieser Tatsache heraus entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten zwei Keltenlager, die sich teilweise belächeln und bedauerlicherweise nur wenig austauschen (obwohl die Grenzen zuweilen eher fließend sind): Auf der einen Seite gibt es die sogenannten Keltoi, die eine Art rekonstruierendes Keltentum pflegen und entwickeln. Sie stützen sich ausschließlich auf archäologische Funde und zeitgenössische Schriften. Dem gegenüber stehen Menschen mit einer dem Keltentum nahestehenden Naturspiritualität, und Neuzeit-Druiden, denen es vor allem um die besondere spirituelle Erfahrung geht, die das Keltentum mit sich bringt. Denn die alten Kelten sahen die Natur als heilig und belebt an.

Cernunnos war oder ist für sie einer der wichtigsten Götter. Er ist der Gott der Fruchtbarkeit und wurde bei den Römern schon früh mit Jupiter gleichgesetzt, obwohl eigentlich Teutates als der Hauptgott der Festland-Kelten galt. Allerdings glaubten die Römer, dass Teutates Menschenopfer dargebracht wurden und unterstellten einen besonders kriegerischen Charakter (Mars).

Die dreifache Göttin Cerridwen scheint heute beliebter denn je. Sie ist die Zauberin mit dem dreifachen Gesicht, das in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schauen kann. In ihrem Kessel rührt sie nicht nur das Schicksal der Menschen, sondern auch Inspiration, Stärke und Mut zu einem Zaubertrank, der unsterblich machen soll. Der Kessel wurde vielfach als Gegensatz zum christlichen Kreuz angesehen und bei näherer Betrachtung ist dies auch gar nicht so abwegig. Zum einen steht der Kessel sinnbildlich für die vorchristlichen Religionen, zum anderen für die empfangende Weiblichkeit, während das Kreuz durch die phallische Symbolik für die gebende Männlichkeit steht.

Neben den Göttern steht bei den Kelten früher und heute die Natur im Mittelpunkt. Rituale werden unter freiem Himmel durchgeführt, die Geister am Platz besonders geehrt und sorgsam auf die Umwelt geachtet.

 „Handle so bei Tage, dass in der Nacht Dein Schlaf ruhig sein kann, in der Jugend so, dass Dein Alter heiter sei.“

Stefanie Gralewski

Über die Autorin

Ich bin Stefanie Gralewski und das hier ist mein Blog. Es ist kein Anleitungsblog, nicht gefüllt mit Weisheiten oder weltbewegenden Themen. Ich teile hier meine Gedanken, Ansichten und Ideen mit dem, der es lesen möchte. Mein Alltag ist zuweilen anstrengend, magisch, nachdenklich, lustig – aber immer voller Neugier auf das Leben.

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