Von Valentin und der Liebe - Stefanie Gralewski

Von Valentin und der Liebe

Am 14. Februar ist es wieder soweit. Die Rosen beim Blumenhändler um die Ecke kosten plötzlich dreimal so viel, wie am Tag zuvor. Vom Bäcker bis zum Optiker – ein jeden führt Produkte für den Valentinstag. Und viele rümpfen verächtlich die Nase, während sie verstohlen doch eine Rose für die Liebste kaufen. Gerne wird ja behauptet, der Tag wäre eine Erfindung der (Blumen-)Industrie. Aber das stimmt nicht.

Der Heilige Valentin

Zur Zeit der Christenverfolgung im 3. Jahrhundert wurden Christen in Rom unter Kaiser Claudius II. zum Tode verurteilt. Religion war für ihn nicht so interessant, obwohl er den römischen Göttern opferte, war er nicht sonderlich spirituell. Sein Fokus galt vielmehr dem Militär. Er legte (wie viele Kaiser vor und nach ihm) großen Wert auf eine mächtige Armee, die seinen Herrschaftsanspruch und römische Expansionen sicherten. Claudius war der Meinung, dass Männer beim Militär unverheiratet sein müssten, weil Ehemänner im Kampf zu wenig nütze seien – hatten sie doch eine familiäre Bindung und waren daher weniger draufgängerisch als unverheiratete. Kurzerhand verbot der Kaiser jungen Soldaten zu heiraten.

Valentin, ein christlicher Priester, hielt sich nicht an dieses Gebot und verheiratete junge Soldaten mit ihrer Liebsten im Geheimen. Diese Ehen sollen unter einem ganz besonderen Segen gestanden haben und außerdem schenkte er den frisch Vermählten Blumen aus seinem Garten. Valentin wurde verraten und kam ins Gefängnis, wo er am 14. Februar 270 sein Leben ließ. So zumindest die Legende.

Schon zuvor gab es jedoch auch Rituale zur Ehren der Göttin Juno. Sie gilt als Hüterin von Ehe und Familie. In ihren Tempeln (laut Ovid gab es alleine in Rom hunderte) konnte man geweihte Blumen kaufen, die man dann den Frauen schenkte. Das sollte eine lange, glückliche Ehe sichern. Außerdem sagte man, dass ein Mann, der seiner Frau Blumen der Göttin schenke, unmöglich untreu gewesen sein könne. Nun ja…

Ritualtipps

Einem alten Brauch nach, sollen unverheiratete Frauen 5 Lorbeerblätter auf ihr Kopfkissen legen (eines in alle vier Ecken, das fünfte in die Mitte), damit sie nachts von ihrem Zukünftigen träumen.

Wenn Du einen Liebsten (oder eine Liebste) hast und sie aber nicht in Deiner Nähe ist, dann solltest Du vor Sonnenaufgang einen Lindenblütentee aufbrühen, einen Teelöffel Honig hineingeben und dreimal im Uhrzeigersinn umrühren. Zum ersten Schluck solltest Du Dich in die Himmelsrichtung wenden, in der der Herzensmensch sich befindet. Während Du den Tee trinkst, soll die Liebe einer alten Überlieferung nach gefestigt werden. Diese Liebe überwindet dann alle Hindernisse und Entfernungen.

Ein Geschenk

Dass sich gegenseitig kleine Geschenke gemacht werden, kommt aus England und wird dort schon seit dem 15. Jahrhundert zelebriert. Es ist also wirklich ein schöner Brauch, seinem Herzensmenschen eine Freude zu machen – und für ein Lächeln kann man auch an alten Traditionen festhalten, finde ich.

Du siehst, es gibt eigentlich keinen Grund, verächtlich über den Valentinstag zu denken. Es steht ja auch jedem frei, welches Geschenk er (oder sie) seiner (oder ihrem) Liebsten machen möchte. Aus England kommt übrigens der Brauch, kleine Liebesbotschaften heimlich an seinen Schwarm zu schicken. Wenn dieser errät, wer das Briefchen geschrieben hat, bekommt er zur Belohnung ein Osterei zu Ostern extra. Der Zusammenhang hat sich mir jedoch noch nie erschlossen. Es könnte möglicherweise mit alten Fruchtbarkeitsbräuchen zu tun haben.

Übrigens: Der Heilige Valentin wird nicht nur für glückliche Ehen angerufen, sondern auch bei Wahnsinn. Ob es hier nun einen Zusammenhang gibt, möge sich ein jeder selbst erschließen…

Stefanie Gralewski

Ich bin Stefanie Gralewski und das hier ist mein Blog. Es ist kein Anleitungsblog, nicht gefüllt mit Weisheiten oder weltbewegenden Themen. Ich teile hier meine Gedanken, Ansichten und Ideen mit dem, der es lesen möchte. Mein Alltag ist zuweilen anstrengend, magisch, nachdenklich, lustig – aber immer voller Neugier auf das Leben.

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